BHC steht in Mannheim vor einem heißen Löwenduell

Handball-Bundesliga : Heißes Löwenduell in Mannheim

Handball: Der BHC will den Favoriten aus Mannheim beim Gastspiel am Dienstag ärgern.

Nordhorn, Melsungen und jetzt die Rhein-Neckar Löwen - die Qualität der Gegner steigert sich für Handball-Bundesligist Bergischer HC kontinuierlich. Wenn die Bergischen Löwen an diesem Dienstag um 19 Uhr in der SAP Arena bei ihren Artgenossen aus Mannheim antreten, dann ist allerdings eines gewiss: „33 Prozent Angriffsffektivität wie in der ersten Halbzeit gegen Melsungen werden uns nicht reichen“, sagt BHC-Trainer Sebastian Hinze in der Rückschau auf das vergangene Spiel, das seine Mannschaft durch eine klare Steigerung in der zweiten Halbzeit noch zum Teilerfolg von 24:24 aus dem Feuer gerissen hatte. So kann man beim BHC mit jetzt 3:1-Punkten von einem weitgehend gelungenen Saisonstart sprechen.

Der Meister von 2016
und 2017 hat aufgerüstet

Die Rhein-Neckar Löwen, Deutscher Meister von 2016 und 2017 und im Vorjahr nur Vierter geworden, hatten nach ihrem knappen Auftaktsieg bei den Eulen Ludwigshafen am vergangenen Spieltag mit 27:30 beim Meister Flensburg verloren und liegen deshalb aktuell hinter dem BHC. Vom größeren Druck auf den Gegner will BHC-Trainer Hinze deshalb aber nicht sprechen. „Die wollen wie wir jedes Spiel gewinnen und natürlich ist es ihr Anspruch, den BHC zu Hause zu schlagen.“

Für die Bergischen, die sich nach Platz sieben aus dem Vorjahr lediglich auf die Fahnen geschrieben haben, sich weiterzuentwickeln, ist es umgekehrt ein Anreiz, erstmals aus Mannheim etwas Zählbares mitzunehmen. „Dazu brauchen wir aber 60 Minuten auf konstant hohem Niveau und sicher auch etwas Spielglück“, sagt Hinze.

Die Gastgeber haben gegenüber der vergangenen Spielzeit vermeintlich weiter aufgerüstet. Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer kehrte aus Paris zurück. Auch die Rückraumasse Romain Lagarde und Niclas Kirkelokke schätzt Hinze als Verstärkungen ein, Jesper Nielsen, in der Vorsaison lange verletzt, stehe wieder voll zur Verfügung. Hinzu kommen Namen wie bisher der Schweizer Spielmacher Andy Schmid, Steffen Fäth oder Kreisläufer Yannik Kohlbacher, dazu mit den Schweden Andreas Palicka und Mikael Appelgren vielleicht das beste Torhütergespann der Liga.

„Aber auch wir sind stärker geworden“, sagt BHC-Schwede Linus Arnesson selbstbewusst. Für ihn und Kollege Max Darj ist es fast wie ein Klassentreffen mit der schwedischen Nationalmannschaft, zumal ihr Nationaltrainer Kristjan Andresson seit Saisonbeginn als Nachfolger von Nikolai Jacobsen auch Trainer der Rhein-Neckar Löwen ist und sicher auch seine Spielidee mitgebracht hat.

Könnte es ein Vorteil sein, so früh in der Saison auf die Rhein-Neckar Löwen zu treffen, die dessen Philosophie noch verinnerlichen müssen? Darüber möchten Hinze und Arnesson auch aufgrund der Qualität des RNL-Kaders nicht spekulieren. „Wenn wir sehr gut spielen, haben wir eine Chance“, ist Arnesson dennoch sicher und denkt dabei auch an die Schwierigkeiten, die der BHC den Mannheimern im Pokal bereitet hatte, als die sich in der Klingenhalle so gerade noch in die Verlängerung retteten.

BHC bis auf Fontaine und
Majdzinski in Bestbesetzung

Arnesson hat seinen Cut aus dem Melsungen-Spiel bestens überstanden, davon zeugt nur noch eine gut zwei Zentimeter lange Naht über dem Auge, die er im Spiel am Dienstag sicher mit einem Pflaster bedecken wird. Bis auf die Langzeitverletzten Daniel Fontaine und Maciej Majdzinski wird der BHC deshalb auch in Mannheim in Bestbesetzung auflaufen können. Um fit anzukommen, geht es schon mittags auf die Busreise mit Zwischenstopp zum Nudelessen. Dazu soll dann später der Erfolgshunger kommen.

(gh)
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