BHC schreibt sein Handball-Märchen fort

Handball-Bundesliga : BHC besiegt erstmals auch Leipzig

Nach dem 27:23 in der Uni-Halle bleibt der Erstliga-Neuling zu Hause ungeschlagen.

Gleich zwei Premieren konnte Handball-Bundesligist Bergischer HC am Donnerstag feiern. Beim ersten Auftritt der Saison in der Wuppertaler Uni-Halle gelang auch der bislang erste Sieg gegen den SC DHfK Leipzig in bisher fünf Aufeinandertreffen im Oberhaus. Nach dem 27:23 (14:12) bleibt der BHC zu Hause weiter ohne Verlustpunkt, baute sein Punktekonto auf 14:4 Zähler aus und schreibt weiter an seinem Handballmärchen. Es war der vielleicht beste von vielen starken Auftritten in dieser Saison.

Dass es nicht leicht würde, war angesichts der Qualität des Leipziger Kaders, in den auch die Verletzten wieder zurückkehrten, klar. Dem neuen Trainer Andre Haber, der vor zwei Wochen Michael Biegler abgelöst hatte, standen bis auf Torwart Jens Vortmann und Rückraummann Andreas Rojewski wieder alle Mann zur Verfügung. Beim BHC fehlten weiter die beiden Halblinken Daniel Fontaine und Fabian Gutbrod. Trainer Sebastian Hinze trug dem insofern Rechnung, dass er erstmals den jungen Halblinken Lukas Stutzke hinzunahm, der bei Drittligist Dormagen spielt und eine Zweitspielrecht für den BHC besitzt.

Die Abwehr steht
wie eine Mauer

Hinze hatte sich aber auch sonst viel einfallen lassen. Während die Abwehr gegen den mit Nationalspielern gespickten Leipziger Rückraum wie eine Mauer stand, zeigte sich der BHC vorne variantenreich. Mal lief Abwehrspezialist Csaba Sücs die Angriffe mit, war ungewöhnlicherweise zur Pause mit drei Treffern erfolgreichste BHC-Werfer, mal brachte Hinze Max Bettin auf halblinks, mal ließ er beide Regisseure Linus Arnesson und Tomas Babak auf dem Feld. Da der BHC beständig traf und auch Torwart Christopher Rudeck einen Sahnetag erwischt hatte, transportierten die Löwen ihre 3:0-Führung immer weiter, verpassten allerdings in doppelter Überzahl nach 20 Minuten, sie weiter auszubauen. Stattdessen wurde kurz vor Ablauf der beiden Zeitstrafen Leos Petrovsky nach einem ungestümen Abwehrversuch gegen den mit Verzweiflung anstürmenden Niclas Pieczkowski mit glatt Rot vom Platz gestellt. Der BHC blieb aber stabil, kam im Anschluss sogar zur ersten Vier-Tore-Führung. Nach dem berühmten Arnesson-Sprungwurf aus dem Stand zum 14:10 kochte die hell erleuchtete und mit 2180 Zuschauern für einen Donnerstag gut besetzte Uni-Halle. Leider konnte der BHC – wie in der Woche zuvor in Wetzlar - diesen Vorsprung nicht ganz mit in die Pause nehmen.

Genau wie beim 27:25 in Wetzlar kam der BHC aber wieder hochkonzentriert aus der Kabine, spielte seine Angriffe überlegt aus, setzte auch Gegenstöße und konnte sich weiter auf den großartigen Rudeck im Tor verlassen. So war schon nach 36 Minuten beim 18:13 erstmals ein Fünf-Tore-Vorsprung erreicht. Die Stimmung in der Halle schaukelte sich weiter auf. Wenn Leipzig doch wieder heranzukommen schien, schlug der BHC mit unglaublicher Selbstverständlichkeit zurück. Und es gab die nächste Variante. Nun spielte Kristian Nippes auf Halbrechts für den schnellen Maciej Majdzinski, der sich müde gekämpft hatte. Mit einem Drei-Tore-Vorsprung ging der BHC in die letzten 14 Minuten, in denen es in Wetzlar noch einmal kritisch geworden war. Auch Leipzig kam heran – auf 22:21 – doch wieder schlug der BHC durch Arnesson und Gunnarsson zurück. Der Jubel beim 25:21 durch Arnesson war ohrenbetäubend. „Er hat uns mit seinen leichten Toren sehr geholfen“, lobt Hinze nachher den neunfachen Torschützen.

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