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BHC muss sich mit einem Punkt begnügen

BHC muss sich mit einem Punkt begnügen

Nach einer Aufholjagd gegen Göppingen hat der BHC sogar den Sieg vor Augen, spielt am Ende 27:27.

Wuppertal. Dramatik, unglaubliche Stimmung in der Klingenhalle und am Ende ein Remis, das sich beide Mannschaften redlich verdient hatten: Am Mittwoch Abend trennten sich die Handballer des Bergischen HC von Frisch Auf Göppingen mit 27:27 (11:14).

Immerhin war es der erste Punkt in der Klingenhalle, nachdem die ersten vier Anläufe allesamt mit Niederlagen geendet waren. So sehr wie lange nicht mehr, hatten sich die Hoffnungen des Aufsteigers auf eine einzige Partie fokussiert. Als Endspiel war das neuntletzte Saisonspiel deklariert worden. Ob der eine Punkt im Abstiegskampf letztendlich weiterhelfen wird, wird sich wohl erst in einigen Wochen zeigen. Die Flinte ins Korn werfen, braucht der BHC jedenfalls noch lange nicht. Denn echten Finalcharakter hatte das Match noch nicht. Da mit Balingen einer der BHC-Hauptkonkurrenten leer ausging (gegen Hamburg), sind weitere Endspiele vorprogrammiert.

Gegen Göppingen hatte Trainer HaDe Schmitz den Langzeitrekonvaleszenten Henrik Knudsen nach drei Monaten erstmals wieder in die Startformation gestellt. Der Spielmacher wirkte noch gehemmt, hielt sich offensichtlich auch mit seinen Würfen zurück. Die Fackeln, die der Däne in der Hinrunde noch abgeschossen hatte, und die ihn aus dem Rückraum so gefährlich und unberechenbar machten, setzte er gar nicht erst an. Stattdessen versuchte er vor allem seine Nebenleute in Position zu bringen Es wirkte ein wenig wie ein Comeback auf Raten. Abwehr/Angriff wechselte Knudsen mit Deckungsspezialist Carlos Prieto. Und Alexander Oelze, der während Knudsens langen Pause beinahe alleine die Spielmacherposition bekleidet hatte, saß nur auf der Bank.

Zwei Auftritte hatte Ali dennoch. Allerdings zwei unglückliche. Denn zweimal scheiterte er per Siebenmeter. Ausgerechnet in seiner Domäne, in der er in dieser Saison doch bislang eine 90-Prozent-Quote herausgeworfen hatte. So wäre zur Pause mehr drin gewesen als ein Drei-Tore-Rückstand.

Nach dem Wechsel kamen die Löwen durch einen tollen Kristian Nippes-Treffer, vorbei am körperlich klar überlegenen Pavel Horak, zum 17:18. Doch gegen die individuelle Klasse des hochmotiviert kämpfenden Europapokalhalbfinalisten aus Göppingen hatten die Hausherren einen schweren Stand. Zumal Knudsen plötzlich mehrere Fehlwürfe und Fangfehler produzierte. Schlussmann Mario Huhnstock konnte mit spektakulären Paraden die Schwächen zwar teilweise ausbügeln, doch Göppingen setzte sich auf vier Treffer ab. Die Vorentscheidung schien sich anzubahnen. Doch dann gelang den Bergischen ein unglaubliches Comeback. Angeführt von den bärenstarken Jens Reinarz, Hendrik Pekeler und dem eingewechselten Fabian Böhm kämpfte sich der BHC wieder zurück. Als Runar Karason den Ball bei drohendem Zeitspiel aus 14 Metern zum 24:24 in den Winkel zimmerte, tobte die Halle vor Begeisterung. Erst recht, als Pekeler sogar die Führung herauswarf. Nach Nippes’ Gegenstoß zum 26:24 war der Sieg plötzlich greifbar. Göppingen hielt in einer dramatischen Schlussphase aber bravourös dagegen, kam wieder zum Ausgleich beim 26:26. Als Karason in der Schlussminute einen Siebenmeter herrausholte, den Reinarz eiskalt zum 27:26 versenkte, hoffte der BHC wieder auf den ersehnten Befreiungsschlag. Doch Momir Rnics Ausgleich beendete die Hoffnungen vom ersten Saisonsieg in Solingen.