BHC mit frischem Mut

Die Bergischen gehen mit gestärktem Selbstvertrauen in das nächste Abstiegsendspiel am Samstag gegen Balingen.

Wuppertal. Spannender könnte es im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga kaum zugehen. Zusammen mit Wetzlar und Hüttenberg kämpft der Bergische HC um den letzten Platz, der noch zum Klassenerhalt berechtigt. Gut für die Löwen, dass auch viele Konkurrenten in der Rückrunde schwächelten, und Wetzlar zwei Punkte am Grünen Tisch verlor. Denn ansonsten wäre der Zug für die Bergischen aufgrund ihrer Negativserie schon lange in Richtung 2. Liga abgefahren.

Nun ist die Hoffnung aber wieder voll entbrannt. Dank der zwei Punkte am vergangenen Samstag gegen Hüttenberg ist der BHC wieder auf zwei Zähler dran an Wetzlar. Und der Trainerwechsel von HaDe Schmitz zu Sebastian Hinze und Kristoffer Moen hat tatsächlich den erhofften emotionalen Schub erzeugt. „Wenn man sieht, wie die Mannschaft gegen Hüttenberg aufgetreten ist, muss man sich natürlich fragen, wie die vergangenen Spiele gelaufen wären, hätten wir diesen Schritt schon eher getan“, sagt BHC-Manager Stefan Adam.

Das ist natürlich Spekulation. Doch ganz nach dem Motto des neuen Trainerduos („Was bisher war, interessiert uns nicht“) heißt es nun, nach vorne blicken. Am kommenden Samstag (19 Uhr, Uni-Halle) muss gegen den bereits geretteten Tabellenvierzehnten HBW Balingen-Weilstetten, ein ähnliches Kaliber wie Hüttenberg, ein Sieg her.

Es gibt mehrere Aspekte, die Mut machen. Als erstes ist die kämpferische Einstellung des BHC zu nennen. Nachdem die Mannschaft in der Rückrunde teilweise einen etwas lethargischen Eindruck hinterlassen hatte, wirkte sie gegen Hüttenberg wie ausgewechselt. Die Leidenschaft, mit der die Hausherren in der Deckung auftraten, beeindruckte auch die Hüttenberger, die kaum zu freien Würfen kamen und sich fast jede Chance hart erarbeiten mussten.

„Wenn man aggressiv spielt und die Abwehr in der Mitte gut steht, bekommt jeder Gegner Probleme und uns gibt es von Minute zu Minute mehr Sicherheit“, erklärte Abwehrrecke Kenneth Klev, der den Erfolg nach zuvor 1:17-Punkten als Erlösung empfand.

Gelöst haben sich auch ein bisschen die Bedenken um die Verfassung von Henrik Knudsen. Der Spielmacher, der im Training den Torhütern schon seit Wochen wieder die Bälle nach Belieben um die Ohren wirft, packte zum ersten Mal seit seiner langen Verletzungspause wieder seinen gefürchteten Schlagwurf aus, als er in der ersten Halbzeit gegen Hüttenberg den Ball aus neun Metern in den Winkel knallte. Die lädierte Schulter scheint also wieder in Ordnung, die Zeit, in der seine Würfe immer wie mit angezogener Handbremse wirkten, scheint vorbei, die Torgefährlichkeit zurückgekehrt. Nun geht es darum, die Effektivität im Torabschluss zu verbessern.

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