BHC landet einen Sieg des Willens in letzter Sekunde

Handball-Bundesliga : BHC landet einen Sieg des Willens

Handball-Bundesliga: Alexander Weck trifft in letzter Sekunde zum 25:24 gegen Erlangen.

Dramatik pur in der Solinger Klingenhalle. Deutlich ersatzgeschwächt kämpfte sich Handball-Bundesligist Bergischer HC am Donnerstag in der zweiten Halbzeit gegen den HC Erlangen nach einem Drei-Tore-Rückstand noch heran und brachte mit dem Glauben an sich und gut 2000 begeisterten Zuschauern im Rücken noch einen zwischendurch nicht für möglich gehaltenen 25:24-Erfolg nach Hause. Der erst 19-jährige Alexander Weck erzielte in letzter Sekunde den Siegtreffer. Hatten zuletzt bei den Unentschieden gegen Göppingen und in Ludwigshafen gerade in der so genannten Crunchtime die Nerven nicht gehalten, zeigten sich die Löwen diesmal genau in den letzten Minuten bärenstark. Durch den Sieg klettert der BHC auf Platz zehn.

BHC muss kurzfristig
ohne Fünf antreten

Dabei war die Ausgangsposition alles andere als rosig. Neben den länger verletzten Daniel Fontaine, Leos Petrovsky und Arnor Gunnarsson fielen kurzfristig auch noch Abwehrchef Csaba Szücs (Knochenverletzung aus dem Training) und Torwart Tomas Mrkva (Patellaspitzensyndrom) aus. Weil mit Szücs einer von nur drei Innenblockspielern fehlte, hatte Trainer Sebastian Hinze kurzfristig neben der gewohnten 6:0-Abwehr auch noch einmal speziell ein 5:1 einstudieren lassen, das nur zeitweise schon mal gespielt worden war. So begann der BHC dann auch mit Linus Arnesson als vorgezogenem Abwehrspieler. Doch nach einer 3:2-Führung bekam die BHC-Abwehr immer weniger Zugriff, konnte insbesondere Anspiele an den Kreis auf den aus Kiel gekommenen Sebastian Firnhaber zu selten verhindern. Mit Alexander Weck (19), Maciej Majdzinski (23) und Sebastian Damm (24) hatte Sebastian Hinze eine sehr junge Startformation gewählt und spielte zunächst ohne Angriff-Abwehr-Wechsel. Als Erlangens aus Gummersbach gekommener Torwartriese Carsten Lichtlein den zweiten Siebenmeter von Jeffrey Boomhouwer hielt und vorne noch ein, zwei Fehler folgten, waren die bis dahin fehlerfrei spielenden Erlangener plötzlich auf drei Tore weg. Zu einfach fielen nun die Treffer gegen Rudeck, der anfangs noch drei Paraden in Serie hatte zeigen können. Erst als Hinze wieder auf 6:0-Abwehr mit Max Darj und Lukas Stutzke im Innenblock umstellte, stabiliserte sich der BHC langsam. Beim Stand von 9:12 hatten die Bergischen mit zwei verworfenen Siebenmetern und einem schwachen Heberversuch des sonst starken Max Darj gegen Riese Lichtlein drei Möglichkeiten, um auszugleichen, schafften es im Abschluss aber dann doch durch zwei Klasseaktionen von Tomas Babak und Sebastian Damm, noch auf 11:12 heranzukommen.

Jetzt war die Halle da, und nach Sebastian Damm und Tomas Babak, die zwischenzeitlich vom Punkt an Lichtlein gescheitert waren, erhielt nun wieder Jeffrey Boomhouwer die Chancen aus sieben Metern. Es wäre der Ausgleich gewesen, doch Boomhouwer scheiterte zum zweiten Mal an Lichtlein, der mit vier gehaltenen Strafwürfen der Garant der Erlanger 13:11-Führung zu Pause war.

Nach der Pause wurde Lichtlein aber von Gegenüber Christopher Rudeck übertroffen, auch dank einer sehr aufmerksamen BHC-Abwehr, die nur Quentin Minel nicht ganz in den Griff bekam.

Doch der BHC war auf der Überholspur, ließ sich auch durch die Karte gegen Lukas Stutzke sechs Minuten vor dem Ende nicht mehr stoppen. Zwar ging Erlangen noch zweimal mit 23:22 und 24:23 in Führung, doch der Willen des BHC war unbändig. Der gegen Erlangen schon traditionell starke Tomas Babak und Weck schafften mit ihren Toren noch die Wende.

(gh)
Mehr von Westdeutsche Zeitung