BHC-Hit vor mehr als 6000 Zuschauern in Düsseldorf

Handball-Bundesliga: BHC kann Rhein-Neckar Löwen diesmal nicht gefährden

Vor 6758 Zuschauern beim ersten Auftritt im Düsseldorfer ISS Dome verliert der Aufsteiger gegen den Meisterschaftsfavoriten mit 25:30 (13:15).

Der Bergische HC hat Meisterschaftsfavorit Rhein-Neckar Löwen an Allerheiligen erneut zumindest eine Hälfte lang einen harten Kampf geliefert, verlor das Heimspiel in der Handball-Bundesliga vor 6758 Zuschauern bei seiner Premiere im Düsseldorfer ISS Dome aber dann doch recht deutlich mit 25:30 (13:15). Ähnlich wie vor zwei Wochen, als man den Mannheimern im Pokal nach regulärer Spielzeit ein 24:24 abgetrotzt hatte und erst in der Verlängerung mit 29:32 unterlegen gewesen war, konnten die Bergischen Löwen dem Topfavoriten zeitweise ein Spiel auf Augenhöhe bieten, das die Zuschauer begeisterte, musste in der zweiten Hälfte aber die Überlegenheit des Favoriten anerkennen. Erfreulich das Heimspielcomeback von Fabian Gutbrod der siebenmal traf. Erstmals in dieser Saison verloren die BHC-Löwen in der Liga zwei Spiele in Folge, stehen aber mit 14:8 Punkten weiter glänzend da. Sie sind nach wie vor Fünfter. Und mit der Zuschauerzahl - der drittbeste Besuch in der Bundesligageschichte des Vereins hinter den beiden ersten Auftritten in der Lanxess Arena - durfte der Club einen Erfolg verbuchen. Viele Zuschauer haben im Paket gleich die Partie gegen Kiel in zwei Wochen an gleicher Stelle mitgebucht.

Zusätzliche Show zum Handball-Leckerbissen brauchte es nicht. Dank zahlreicher Einspielfilme und einer beeindruckenden Mannschaftsvorstellung über den Videowürfel der Arena wurde die Zeit bis zum Anpfiff kurzweilig. Pünktlich zum Anpfiff waren dann alle auf ihren Plätzen, auch die in den sieben verkauften Logen und die auf den Premiumsitzen, die inklusive feinem Essen stattliche 145 Euro pro Karte bezahlt hatten.

Maciej Majdzinski fand kaum eine Lücke in der Gästeabwehr. Foto: Andreas Fischer/Andreas Fischer Wuppertal

Die Zuschauer sahen diesmal gut beginnenden Gäste, bei denen der deutsche Nationalspieler Steffen Fäth, anders als vor zwei Wochen, mit drei blitzsauberen Rückraumtreffern die ersten Akzente setzte. Anders als vor zwei Wochen hatte der BHC aber diesmal Rückraumshooter Fabian Gutbrod dabei, und der traf gleich mit seinen ersten beiden Versuchen. Weil auch Arnor Gunnarsson sich vom Siebenmeterpunkt zunächst sicher zeigte, konnte der BHC beim 3:2 und 4:3 sogar zweimal in Führung gehen, ehe die Gäste wieder die Oberhand gewannen. Nach einer Auszeit, die Mannheims Trainer Nikolaj Jacobsen genommen hatte und nach der er Jannik Kohlbacher als neuen Kreisläufer brachte, zogen die Gäste dann mit drei Toren davon. Doch auch darauf stellte sich der BHC wieder ein, beendete eine eigene Unterzahl sogar mit 2:1 und war kurz vor der Pause wieder dran. Das machten die Bergischen deutlich besser als vor zwei Wochen, als sie nach einem 0:5-Lauf statt mit einer möglichen Führung mit einem 11:13 in die Pause gehen mussten. Diesmal hieß 13:15 nach 30 Minuten. Leider musste man mit der Schlusssirene nach einem Freiwurf noch den 15. Treffer hinnehmen. Filip Talarski, für den angeschlagenen Fäth eingewechselt, übersprang mit Anlauf den BHC-Block und überwand Torwart Christopher Rudeck, der zwischenzeitlich einige gute Bälle gehalten hatte. Den noch besseren Eindruck machte aber Mannheims schwedische Nationalkeeper Mikael Appelgren, der sieben Würfe und einen Siebenmeter entschärfte. Insofern ließ der Halbzeitstand aber noch alles offen.

Abwehrchef Csaba Szücs lief am Anfang die Angriffe der ersten Welle oder nach schneller Mitte mit, bleibt aber hier an Jesper Nielsen hängen. Foto: Andreas Fischer/Andreas Fischer Wuppertal

Seine schlechte Phase nahm sich der BHC diesmal aber leider direkt nach der Pause. Zwei schwache Abschlüsse, wenig Zugriff in der Deckung –und schon lag der nun souverän aufspielende Favorit mit fünf Toren in Front (34.). Nach einer Auszeit stabilisierte sich der BHC zwar, auch weil der nun wieder eingewechselte Fabian Gutbrod gleich wieder traf, der Fünf-Tore-Rückstand war an diesem Tag gegen diesen Gegner aber eine zu große Hypothek.

Beachtlich immerhin, dass sich die Bergischen Löwen nach 46 Minuten mit einem 3:0-Lauf noch einmal auf drei Tore heranwarfen. Das klare Signal an den Favoriten: So leicht machen wir euch das nicht. Der Gast hatte verstanden, erhöhte noch einmal die Schlagzahl und fügte dem BHC am Ende noch deutlich die erste Heim-Niederlage der Saison zu.

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