BHC hat mit Magdeburg einen Großen der Handball-Bundesliga im Visier

Handball-Bundesliga : BHC hat ein Top-Team im Visier

Handball-Bundesliga: Gegen Magdeburg soll am Sonntag der erste Sieg in Düsseldorf gelingen.

Die jüngste 27:29-Niederlage bei HBW Balingen-Weilstetten war ein kleiner Rückschlag für die Handballer des Bergischen HC. „Wir hatten leider eine Phase, in der wir das Spiel aus der Hand gegeben haben“, sagt Kapitän Kristian Nippes. „Darauf bezog sich auch der Hauptteil unserer Analyse.“ Insgesamt jedoch überwog auch bei diesem Bundesligaspiel das Positive: „Wenn man sich die statistischen Werte anschaut, nach denen wir eine Partie bewerten, kann man kaum nachvollziehen, warum wir verloren haben“, ergänzt Trainer Sebastian Hinze.

So spiegelt die Begegnung ein wenig die Gesamtentwicklung des BHC in den vergangenen zweieinhalb Jahren wider. Die Löwen gehören nicht mehr zu den Abstiegskandidaten, können es jedem Gegner schwermachen und müssen lediglich kleinere Rückschläge verkraften. Was fehlt, ist ein Erfolgserlebnis gegen eine absolute Spitzenmannschaft. „Mit jedem Mal, wenn es nicht klappt, lechzen wir ein bisschen mehr danach“, gibt Hinze zu. Die nächste Chance haben die Löwen am Sonntag im Düsseldorfer ISS Dome. Zu Gast ist um 16 Uhr mit dem SC Magdeburg der Tabellendritte der vorigen Spielzeit.

Magdeburg befindet
sich wieder in Topform

„Es ist im Alltag kein großes Thema“, sagt Nippes. „Aber Magdeburg ist natürlich eine der Mannschaften, gegen die wir endlich mal gewinnen wollen. Wir haben in der vergangenen Saison mit Melsungen und Berlin den Fünften und Sechsten besiegt. Der SCM wäre der nächste Schritt.“ Der Kapitän sagt das ungeachtet der Tatsache, dass die Ostdeutschen derzeit lediglich auf dem fünften Platz rangieren. Nach einem guten Saisonstart verlor das Team von Coach Bennet Wiegert vier Spiele zwischen dem fünften und neunten Spieltag gegen Melsungen, die Rhein-Neckar Löwen, Wetzlar und Hannover. Seitdem ist die Truppe wieder auf Kurs und besiegte zuletzt sogar die SG Flensburg-Handewitt.

„Marko Bezjak ist für mich einer der drei besten Spielmacher der Bundesliga“, sagt Hinze über die gegnerische Qualität. Dazu sind die Magdeburger berühmt für ein kompromissloses Tempospiel, so dass der BHC kaum Raum für Fehler im Abschluss haben wird. „Wir brauchen da ein hohes Maß an Konsequenz“, betont der Coach. „Und auf der anderen Seite benötigen wir gute Torhüter, denn wir werden gegen Magdeburg nicht alles verteidigt bekommen.“

Löwen wollen Grundstein für Hexenkessel spielerisch legen

Um eine Chance zu haben, hilft freilich auch eine gute Stimmung, wie sie in der Klingen- und Uni-Halle gang und gäbe ist. Ob etwa 5000 Zuschauer, die am Sonntag erwartet werden, auch im ISS Dome eine hitzige Atmosphäre schaffen können? „Wenn es uns gelingt, das Spiel eng zu halten, springt auch in Düsseldorf der Funke über“, sagt Hinze aus Erfahrung. Schließlich sei es bei den Niederlagen gegen Kiel und Flensburg in der vorigen Saison auch umkämpft zugegangen.

Es ist ein Thema, mit dem sich der Trainer ohnehin nicht gerne beschäftigt: „Entscheidend ist für mich das, was auf dem Feld passiert. Das kann ich beeinflussen. Wenn wir da überzeugen, hoffen wir selbstverständlich auch auf einen Hexenkessel.“ Die Diskussion um die Spielstätte sieht auch Nippes sachlich: „Es ist natürlich so, dass viele Zuschauer eine Lieblingshalle haben. Das verstehe ich auch. Aber die Situation ist vorgegeben – und statistisch belegbar ist es ohnehin nicht, dass wir in der einen oder anderen Halle besser spielen.“ Dreimal hat der BHC den SCM übrigens bisher geschlagen. Das letzte Mal allerdings im Mai 2016.

(trd)