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Handball Bundesliga: BHC gelingt gegen Göppingen Befreiungsschlag

Handball Bundesliga : BHC gelingt gegen Göppingen Befreiungsschlag

Die Löwen gewinnen 32:26 gegen Göppingen. Der BHC vernagelt zum Ende den Kasten. Ein Punkt fehlt noch zum rettenden Ufer.

Wuppertal. Christopher Rudeck hieß der Held des Abends. Oft stand der Torhüter in der Vergangenheit hinter Björgvin Gustavsson zurück, doch gegen Frisch Auf Göppingen war er vor allem in der zweiten Halbzeit der entscheidende Faktor beim BHC. Die Löwen gewannen am Ende sogar souverän 32:26. Es dauerte bis zur 15. Minute, bis ein Torhüter des Bergischen HC die Hand entscheidend an den Ball brachte. Christopher Rudeck hielt gegen den am Kreis freigespielten Manuel Späth und wenig später erzielte Arnor Gunnarsson das zweite Löwen-Tor in Folge.

Nicht nur Göppingen hatte in den ersten Minuten am laufenden Band getroffen, auch der BHC feierte ein Torfestival. Beim Stand von 8:9 waren die Gastgeber nun dran, und Rudeck, der erst in der zehnten Minute für den glücklosen Gustavsson zwischen die Pfosten gerückt war, parierte direkt wieder. Unter Mithilfe der nun wahnsinnig lauten Fans in der Klingenhalle glich Fabian Gutbrod zwei Mal aus, bevor Uros Vilovski die erste BHC-Führung des Abends besorgte. Der vor allem defensiv schwache Start war damit vergessen.

Trainer Sebastian Hinze hatte nicht nur mit einem Torhüterwechsel reagiert, auch der Tausch von Kristian Nippes für Bogdan Criciotoiu defensiv wie offensiv hatte Wirkung gezeigt. Den 12:10-Vorsprung konnten die Hausherren allerdings nicht ausbauen. Beim 12:13 entschieden die Unparteiischen zwei Mal gegen die Löwen, was zu „Schieber, Schieber“ rufen führte. Im Zurückfallen nagelte Gutbrod die Kugel zum erneuten Ausgleich in die Maschen.

So war das Halbzeitergebnis von 14:15 dann etwas ernüchternd, denn es wäre für die Bergischen in der umkämpften Phase mehr drin gewesen. Es drohte nun auch, personell eng zu werden. Denn Arnor Gunnarsson war schon nach 20 Minuten verletzt vom Feld gebracht worden, und Kristian Nippes hielt sich nach einer Angriffsaktion den Rücken an der Stelle, die ihn bereits in Minden geplagt und zum Aussetzen gezwungen hatte. Dennoch: Der BHC würde die zweite Hälfte in doppelter Überzahl starten. Die half dem Team zwar nicht weiter, weil auch die Gäste zwei Treffer von Marcel Schiller beziehungsweise Anton Halén von den Außenpositionen markierten. Doch Gunnarsson und Nippes standen bei Wiederanpfiff zur Beruhigung der 2433 Zuschauer wieder auf dem Feld.

Unbeirrt von der ungenutzten Überzahl kauften die Löwen den Göppingern nun den Schneid ab — ein Mal mehr initiiert durch Christopher Rudeck. Der Keeper hielt nicht nur einen Strafwurf von Marcel Schiller, sondern wenig später auch noch den Schlagwurf von Jens Schöngarth. Auf der anderen Seite verwandelte Gunnarsson einen Siebenmeter, und Hermann versenkte zum 20:18. Die vorzeitige Entscheidung verpassten die Löwen, doch beim Stand von 21:21 begann Rudeck endgültig, seinen Kasten zu vernageln. Mit jeder Parade des überragenden Schlussmanns lebte die berüchtigte „Klingenhölle“ mehr auf. Das Spiel geriet am Schluss sogar zur Party, weil die Hausherren ihre Chanen vorne konsequent nutzten — ausgerechnet übrigens gegen Bastian Rutschmann, der für Primoz Prost zwischen die Pfosten rückte. Gutbrod, Nippes, Gunnarsson und der Rest der Löwen trafen und trafen, so dass nicht nur Rudeck die letzten Minuten unter den stehenden Ovationen der Zuschauer genießen durfte.