BHC erwartet schärfsten Verfolger

BHC erwartet schärfsten Verfolger

Am Samstag (Anwurf 19 Uhr) kommt der VfL Lübeck-Schwartau in die Klingenhalle. Ein Gegner, vor dem der BHC Respekt hat.

Die bisherigen vermeintlichen Spitzenspiele gegen die jeweiligen Tabellenzweiten konnte der Zweitbundesligist Bergischer HC jeweils souverän für sich entscheiden. So beispielsweise letzte Woche bei der SG Bietigheim, als die Löwen ihre Gastgeber beim 33:23 dominierten. Nun schickt sich der VfL Lübeck-Schwartau am Samstag (19 Uhr, Solinger Klingenhalle) an, dem Spitzenreiter die ersten Punkte abzuknöpfen.

Foto: JR

„Was an körperlicher Präsenz, was nicht nur Gewicht und Größe ausmacht, und Qualität auf uns zukommt, ist noch mal eine Stufe höher als Bie-tigheim“, beschreibt BHC-Trainer Sebastian Hinze den Gegner. Die Hanseaten mit ihren Gardemaßen und ihrem Spielwitz schätzt er als bisher stärksten Gegner ein.

Die Norddeutschen verfügten über eine ausgeglichene Mannschaft, die auf jeder Position doppelt, teilweise sogar dreifach besetzt sei, schildert der Löwen-Coach den Kader der Gäste. „Da weiß man im Rückraum nie, wer das Spiel beginnt. Die haben wie wir die Qual der Wahl“, sagt Hinze und zieht Parallelen zum BHC, der in dieser Spielzeit trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Csaba Szücs (Innenbandriss) und Bastian Rutschmann (gebrochener Finger) bei der Wahl der Spieler häufig mit Luxusproblemen zu kämpfen hat. Doch das ist ein Segen im Vergleich zur letzten Saison, als der 38-Jährige eine Extremsituation durchstehen musste. Vor allem in der Vorrunde gab es im BHC-Kader fast mehr Spieler im Lazarett als auf dem Hallenparkett.

Daher glaubt Hinze, dass seine Mannschaft, deren Qualität er höher einschätzt als die des VfL Lübeck-Schwartau, gerade im Angriff die richtigen Lösungen gegen die unangenehme 6:0- oder 5:1-Deckung mit einem Riesen an der Spitze finden wird. „Bisher haben wir es geschafft, unseren modifizierten Angriffsspiel jedem Gegner anzupassen. So haben wir in dieser Woche noch zwei, drei neue Sachen dazu genommen. Wir wollen selbst bestimmen, welche Angriffssysteme wir spielen.“

Die Angriffszüge sollen im besten Fall mit einem Tor abgeschlossen werden, damit die Mannschaft um VfL-Trainer Torge Greve, die ähnlich wie der BHC über Tempo zum Spiel zu kommen versucht, sich nicht entfalten kann. Aus dem gebundenen Spiel heraus würde Lübecks Art zu spielen gut zum Abwehrsystem von Kristian Nippes und Co passen, ist sich Hinze sicher.

Dabei bereitet Hinze sein Team auch auf Besonderheiten vor, die sich sein Gegenüber Greves mit Sicherheit einfallen lassen wird. „Dadurch, dass die immer eine Woche später gegen unseren letzten Gegner spielen, hat er bisher wohl alle Spiele von uns gesehen. Keiner kennt uns besser als Lübeck“, sagt Hinze, der dadurch auch öfter mit seinem Kollegen, den er seit den gemeinsamen A-Lizenz-Lehrgängen kennt und schätzt, telefoniert habe.

Zufrieden zeigte sich Sebas-tian Hinze mit seinem Torhüter Christopher Rudeck. „Er ist die Nummer eins“, stellt der BHC-Coach klar, der vor allem die Einstellung seines Keepers nach der Verletzung von Bastian Rutschmann lobte. „Überhaupt nicht gehemmt. Sehr locker und doch fokussiert. Daher bin ich mit seiner Gesamtleistung sehr zufrieden“, betonte Hinze, der seinem Schlussmann auch nach den Spielen eine gute Selbsteinschätzung bescheinigte, die sehr positiv für die Entwicklung des jungen Keepers sei.

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