Beim BTV endet Killings Ära

Nach zehn Jahren an der Spitze des ältesten Sportvereins der Stadt tritt der Ex-Weltklasse-Hochspringer nicht mehr an.

Wuppertal. Mit der Mitgliederversammlung am 17. März geht beim Barmer TV eine Ära zu Ende. Wolfgang Killing, einst sportliches Aushängeschild und zuletzt zehn Jahre lang erster Vorsitzender des 1846 gegründeten und damit ältesten Sportvereins in Wuppertal, tritt nicht mehr zur Wahl an. Das hatte der 62-Jährige schon vor einem Jahr angekündigt.

Ein Kandidat für die Nachfolge scheint gefunden. Er soll aber heute Abend zunächst den Abteilungsleitern vorgestellt werden, bevor der Name genannt wird.

Killing, der aus Radevormwald stammt und dort auch heute wohnt, war über Jahrzehnte eines der Aushängeschilder des Vereins. In einer Zeit, als die Leichtathletik im Verein noch groß geschrieben wurde, sorgte der Klasse-Hochspringer mit seiner Olympia-Teilnahme 1976, Hallen-Europarekorden und EM-Bronze 1978 für Höhepunkte.

Dem Verein blieb Killing aber auch nach seiner aktiven Zeit erhalten, als Trainer und später Funktionär. Als Hochsprungbundestrainer gehörte er zu den Vätern des legendären Wuppertaler Hochsprungmeetings, bei dem einst die Weltbesten wie Javier Sotomayor, Carlo Thränhardt oder Heike Henkel in Weltrekordnähe schwebten.

„Die Leichtathletik lebt von solchen Leuten“, sagte ZDF-Fernsehmann Wolf Dieter Poschmann, der die Veranstaltung jahrelang moderierte, über Killing. Mit der 25. Auflage wurde die Veranstaltung, die mit den ganz großen Stars auch ihren Glanz etwas verloren hatte, 2012 eingestellt. „Das ist jedes Jahr ein Kraftakt, es wird immer schwerer, die vielen Helfer zu motivieren“, sagte Killing damals.

Als BTV-Vorsitzender hatte er sich 2005 zur Verfügung gestellt, als ein Nachfolger für Barbara Neusel-Munkenbeck gesucht wurde.

Seitdem widmete er sich Ausbauplänen der vereinseigenen Halle — Kraftraum, Leichtathletik-Außenanlage und der Jugendraum wurden gebaut oder erweitert, die kleinen Hallen im Untergeschoss modernisiert und mit neuem Boden versehen. Nur mit den Plänen für eine zusätzliche Turnhalle, die der Verein benötigen würde, um die Nachfrage im Breitensportbereich zu befriedigen, bissen er und Schatzmeisterin Barbara Obrig bei der Stadt auf Granit.

„Die Halle vor der Halle hat die Stadt aus zig Gründen abgehakt, zurzeit haben wir in diese Richtung keine Pläne mehr“, sagte Obrig.