Beim Bergische HC wächst das Selbstvertrauen weiter

Handball-Bundesliga : Ein Sonderlob für Rudeck und Arnesson

Nach dem tollen 27:23 gegen Leipzig blickt der BHC schon auf den Pokal-Knüller.

„Rudi, Rudi“, hallte ein Sprechchor durch die Uni-Halle, als der BHC-Torwart am Donnerstagabend nach dem grandiosen 27:23-Sieg von Handball-Bundesligist Bergischer HC über Leipzig als einer der letzten Spieler in Richtung Kabine unterwegs war. Mit 45 Prozent gehaltener Bälle und mitreißenden Aktionen gehörte der Torwart zu den vielen Vätern des Sieges. „Es wurde ja auch mal Zeit, dass ich über 60 Minuten eine überdurchschnittliche Leistung zeige“, strahlte er selbst. Tabellenplatz vier und die bisherige Punkteausbeute kommentierte er ungläubig: „14 - so viele Punkte hatte ich mit dem BHC bisher immer erst im April.“ Zur phantastische Unterstützung in der Uni-Halle meinte er: „Man sagt ja immer, die Klingenhalle sei enger und deshalb stimmungsvoller, aber heute hat die Uni-Halle gezeigt, was in ihr steckt“.

Dabei war sie mit knapp 2200 Zuschauer nur zu knapp 80 Prozent gefüllt. Auf 100 Prozent hofft der BHC nun erst Recht am Dienstag im Pokalknüller gegen die Rhein-Neckar-Löwen in der rund 2500 Zuschauer fassenden Solinger Klingenhalle (19.30 Uhr). 700 Karten gab es am Freitag noch. „Klar nehmen wir die Euphorie von heute mit, aber das ist ein wirklicher Klassegegner, wir bleiben da klarer Außenseiter“, schaute auch Rudeck schon ein bisschen nach vorn. Genau wie Geschäftsführer Jörg Föste, der bei der Pressekonferenz seine kurzfristige Verwirrung - „ist das jetzt Achtel- oder Viertelfinale?“ - souverän ausbügelte: „Sie sehen daran - wir wollen weiterkommen.“ Danach käme das Viertelfinale, nur noch einen Schritt vor dem Final-Four, das der BHC so gerne zum zweiten Mal nach 2016 erreichen würde.

Trainer Sebastian Hinze beschäftigte sich noch mit der Analyse des Leipzig-Spiels und war für seine Verhältnisse fast überschwänglich. „Es war in der Abwehr eine der besten Leistungen, die der BHC jemals gezeigt hat.“ Dadurch habe auch Rudeck seine besondere Klasse aus neun Metern zeigen können. Leipzigs Geschäftsführer Karsten Günther hob die außergewöhnliche Willenskraft des BHC, die seine Spieler an diesem Tag nicht gehabt hätten, hervor und nannte stellvertretend die BHC-Schweden Max Darj und Linus Arnesson, die 60 Minuten gerackert hätten. Arnesson hatte in den zweiten 30 Minuten, als sich der BHC mit der Leipziger Abwehr etwas schwerer tat, sieben seiner neun Tore erzielt und war damit neben Rudeck Mann des Abends gewesen. gh

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