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Beecker rastet und rostet nicht

Beecker rastet und rostet nicht

Der 82-Jährige hat vier Weltrekorde aufgestellt. Er läuft immer noch alle zwei Tage 16 Kilometer.

Wuppertal. Seine Trophäen-Sammlung mit unzähligen Pokalen, Urkunden und Plaketten lässt den Besucher andächtig staunen. Der Mann hat vier Weltrekorde aufgestellt und läuft alle zwei Tage rund 16 Kilometer, um fit zu bleiben. Werner Beecker vom LC Wuppertal ist stattliche 82 Jahre alt und hat am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren über 1500 m und über 5000 m die Titel in der Altersklasse M 80 gewonnen. Es waren die Titelgewinne Nummer 58 und 59.

Bei den 5000 Metern hat er die Ziellinie in 24:21,39 Minuten eine knappe Minute vor dem Zweitplatzierten überquert. „Ich habe gleich in der ersten Runde zwischen den Anderen und mir ein Loch gerissen“, so Werner Beecker, der auf eine bewegte Sportlerkarriere zurückblicken kann. Ursprünglich war er nämlich Radrennfahrer, wurde mit riesigen Siegerkränzen dekoriert, gehörte zum Kreis der Nationalfahrer und hat sich auch mit Stars wie Rudi Altig oder Hennes Junkermann so manches heiße Rennen geliefert (Kasten rechts).

Profi-Angebote gab es, die der dreifache Familienvater damals aber ausgeschlagen hat. „Da wäre ich ja nur noch unterwegs gewesen“, sagt er. Ein Sturz, verbunden mit dem Bruch des Handgelenks beendete damals die Leistungssport-Karriere auf zwei Rädern. Der gelernte Weber und spätere Maschinenbauer begann mit dem Laufen, das er nach Erreichen des Rentenalters intensivierte.

Doch die Zeit zum Training und für die Wettkämpfe wurde knapp, als Werner Beeckers Frau schwer erkrankte und er sie zu Hause bis zu ihrem Tod vor wenigen Wochen aufopfernd pflegte.

„Morgens, wenn der Pflegedienst da war, war ich mal kurz eine Stunde laufen. Aber auch da lief immer die Angst um meine Frau mit“, erinnert der rüstige Senior an die schwierigste Phase seines Lebens.

„Wenn das Wetter schön ist, fahre ich zusätzlich mit dem Rennrad, bei schlechterem mit dem Mountainbike. Ohne ausreichende Bewegung fühle ich mich nicht wohl“, sagt der autolose Fußgänger, der auch die Muskulatur des Oberkörpers mittels Liegestützen und Klimmzügen trainiert.

„Geraucht habe ich nie, ich esse viel Obst, Fisch und wenig Fleisch. Mit Laufkameraden trinke ich mal eine Flasche Bier“, verrät der 82-Jährige das Geheimnis seiner Fitness und ist sicher, dass das mit dem 60. Meistertitel auch noch klappt.