Tennis: Bayer-Turnier bietet Tennis auf hohem Niveau

Tennis : Bayer-Turnier bietet Tennis auf hohem Niveau

Bei den Certoplast Open setzen sich mit Sarah Gronert, Tom Schönenberg und Carsten Gröger die Favoriten durch.

„Viermal habe ich hier schon im Endspiel gestanden, aber heute hat es zum ersten Mal geklappt“, freute sich Certoplast-Open-Sieger Tom Schönenberg nach seinem sicheren 6:3, 6:2-Erfolg im Endspiel über den zehn Jahre jüngeren Marcel Zielinski (18) vom TC Wanne-Eickel auf der Anlage des SV Bayer. Der 28 Jahre alte ehemalige Bundesliga-Profi ist jetzt beim NBV Velbert als Spieler und Trainer tätig und war schon als Jugendlicher Gast beim SV Bayer. „Aber auch beim damaligen Dorma-Vita-Jugend-Pokal habe ich nie gewonnen“.

Nun, das holte Schönenberg diesmal nach in einem Finale, das zunächst im Freien begann, wegen des einsetzenden Regens jedoch vom international erfahrenen Schiedsrichter Andre Gielliet beim Stande von 1:1 unterbrochen und nach längerer Pause in der Halle fortgesetzt wurde. Hatte es auf dem durchfeuchteten Geläuf noch lange Ballwechsel gegeben, so wurden die Punkte auf dem schnellen Hallenboden oft schon mit krachenden Assen erzielt.

Und die gelangen dem Velberter erheblich öfter als Marcel Zielinski. Der hatte übrigens vor wenigen Wochen das Nachwuchsturnier bei Grün-Weiss Elberfeld gewonnen und zeigte auch beim SV Bayer eine beherzte Leistung, kassierte aber im ersten Durchgang beim Stande von 2:3 ein Break. Das gelang dem präzise aufschlagenden Schöneberg auch gleich beim ersten Spiel im zweiten Satz, er hielt so das Jungtalent auf Distanz. Nach einem erneuten Break zum 5:2 schlug Schönenberg dann mit unglaublicher Härte und Präzision auf und gewann den Punkt zum 6:2 „zu Null“, ohne dass Zielinski erfolgreich returnieren konnte.

1500 Euro Siegprämie und den Sonderpreis des Landes NRW überreichten dann Sponsor Peter Rambusch und Bayer-Sportwart Thomas Müller, während Marcel Zielinski als Zweitplatzierter 700 Euro quittieren konnte.

Das Damen-Finale stand auf besonders hohem Niveau

Die gleiche Prämienregelung galt bei den von Melanie Muhsal und ihren Helfern mustergültig organisierten 39. Certoplast Open für die Damen, bei denen sich die an Nummer eins und zwei gesetzten Sarah Gronert (TC Bredeney) und Lena Lutzeier (TC Ludwigshafen) ein auf hohem Niveau stehendes Finale lieferten. Die beiden hochgewachsenen Ranglistenspielerinnen verblüfften mit schnellen, hochklassigen Ballwechseln und Aufschlägen, die „männlicher Wucht“ nicht nachstanden. „Als ich noch international gespielt habe, wurden mal 198 Stundenkilometer beim Aufschlag gemessen“, so Sarah Gronert (33), die 6:2 und 6:3 gewann und das Match mit einem herrlichen Cross-Schlag beendete. Im zweiten Satz waren ihr zwei Breaks gelungen, als sie ihrer neun Jahre jüngeren Gegnerin beim 1:0 und 5:2 das Aufschlagspiel abnahm. Wegen des Dauerregens wurde dieses Spiel von Anfang an in der Halle ausgetragen.

Ebenso wie das Endspiel der Herren 35, bei dem mit Matthias Schramm (Blau-Weiss Elberfeld), dem Europameister in seiner Altersklasse, ein Wuppertaler im Finale stand. Die lokalen Tennis-Größen mussten sich nämlich wegen der hohen Qualität der teilnehmenden Aktiven meist in den ersten Runden des sportlichen Höhepunktes des Wuppertaler Tennissommers geschlagen geben. Schramm hatte am Vortag im Halbfinale seinem Kontrahenten Jörn Bornemann (STK Arnsberg) einen seiner Schläger zur Verfügung gestellt, als dessen Racket wegen eine Saitenrisses unbrauchbar geworden war und damit beispielhafte Fairness bewiesen.

Sein Endspielgegner, der Tennislehrer Carsten Gröger (Ratinger TC),  gewann den ersten Satz 6:4, obwohl der Wuppertaler sich zwischenzeitlich auch von einem 0:40-Rückstand nicht entmutigen ließ und den Punkt gemacht hatte.

6:6 hieß es im zweiten Durchgang, worauf Gröger den Tiebreak dank seiner größeren Risikobereitschaft ein wenig glücklich 7:3 und damit das diesjährige Finale der Herren 35 gewann.

„Das Niveau war insgesamt ein Hammer“, so Bayer-Sportwart Thomas Müller, der zufrieden feststellte, dass Peter Rambusch (Certoplast) auch für die 40. Auflage im nächsten Jahr die „finanzielle Schirmherrschaft“ übernehmen wird.

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