1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Lokalsport

Bayer-Schwimmer vielfach schneller als vor der Pandemie

Schwimmen : Vielfach schneller als vor der Pandemie

Bayer-Schwimmer bei Testwettkampf mit vielen persönlichen Bestzeiten.

Für die einen war es der erste Wettkampf nach zehn Monaten, für andere der Abschluss der in diesem Jahr kurzen Langbahnsaison. In jedem Fall aber ist man in der Schwimmabteilung des SV Bayer mit den Ergebnissen eines Testwettkampfs, den die Wuppertaler zu Beginn der Sommerferien im Leistungszentrum veranstaltet haben, hochzufrieden. „Viele haben neue persönliche Bestzeiten aufgestellt. Das ist besonders bemerkenswert, weil wir ja auch bis Mai selbst zum Training nicht ins Wasser durften“, freute sich Michael Bryja, Trainer der ersten Trainingsgruppe. Das Gleiche galt noch einmal verstärkt für die zweite Trainingsgruppe, die von Henning Lambertz und Axel Focke trainiert wird.

Neue Motivation nach
langer Durststrecke

 Emre Demirdas blieb erstmals unter 51 Sekunden.
Emre Demirdas blieb erstmals unter 51 Sekunden. Foto: Fries, Stefan (fri)

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich unser Trainingsaufbau ausgezahlt hat“, so Bryja, der selbst bei seinen Topschwimmern Verbesserungen seit der Deutschen Meisterschaft vor einem Monat feststellen durfte. So blieb Sprintspezialist Emre Demirdas, der in Berlin überraschend Silber über die 50 Meter Schmetterling geholt hatte, über 100 Meter Freistil erstmals unter 51 Sekunden. Vivien Selling war mit erstmals unter 33 Sekunden über 50 Meter Brust ebenfalls schneller als bei der DM. „Ich war sehr positiv überrascht. Das bringt auch wieder neue Motivation fürs Training“, sagte Bryja.

Er bezog neben vielen anderen Athleten auch Pia Delkeskamp mit ein, bei der der Knoten offenbar geplatzt sei. So verbesserte die 17 Jahre alte Schülerin des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter Freistil um zweieinhalb Sekunden und ist nun nur noch eine halbe Sekunde von der Minuten-Schallmauer entfernt.

Geschwister Delkeskamp
auf Rekordkurs

„Was mich an meiner Schwester besonders beeindruckt hat, ist ihre Mentalität, mit der sie von vorne herein gesagt hat, warum sollte ich nicht schneller sein als vor der Pandemie“, sagte Bruder Jan Delkeskamp, der derzeit der stärkste Bayer-Schwimmer ist. Offenbar scheint da ein entsprechendes Gen in der Familie zu liegen.

Delkeskamp, der in den USA studiert und Ende August dorthin zurückkehrt, wurde just in diesen Tagen von seiner Universität als Scholar Athlete of the Year 2020/21 ausgezeichnet. Anerkennung für eine akademisch wie sportlich erfolgreiche Saison. Wie berichtet, hatte Delkeskamp mit seinem Team zum wiederholten Mal die US-Collegemeisterschaften gewonnen, ehe er in der Semesterpause im Frühjahr nach Deutschland zurückkehrte und hier bei der DM über 200 Meter Lagen mit Bronze für die zweite Bayer-Medaille sorgte.

Delkeskamp nahm den Testwettkampf als Abschluss einer langen Saison, die für ihn im Mai 2020 begonnen und nur wenige Lücken gehabt hatte. „Ich wollte vor allem Spaß mit meinen Teamkollegen haben“, sagte Delkeskamp, der das in der Tat voll auskostete und an beiden Tagen insgesamt neun Starts hatte, von 50 Metern bis zu den 800 Metern Freistil. Vielfach handelte es sich um Nebenstrecken, dabei stellte er sieben persönliche Bestzeiten auf. Besonders gefreut habe ihn die Zeit über 100 Meter Rücken, über die er erstmals unter einer Minute geblieben sei.

Die beiden Delkeskamps machen im Gegensatz zu vielen ihrer Bayer-Kollegen, die aktuell in der Schwimmoper schon wieder ins Training für die Kurzbahn eingestiegen sind, jetzt mal gut zwei Wochen Schwimmpause. 

Trainer Michael Bryja will mit seinen Athleten zum Ende der Ferien noch einmal irgendwo einen Testwettkampf bestreiten, ehe im September mit der Kurzbahn-DM das nächste große Wettkampfziel ansteht. gh