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Basketball: Der FC Bayern der Oberliga kommt aus Ronsdorf

Basketball: Der FC Bayern der Oberliga kommt aus Ronsdorf

Mit Topspielern wie Gordon Geib setzt die DT Ronsdorf zum Sprung nach oben an.

Ronsdorf. Gordon Geib gilt nach wie vor als eines der größten Basketballtalente Wuppertals, war mehrfach auf dem Sprung in die Nationalmannschaft (sieben Einsätze) und flog 2008 nur deshalb als Letzter noch aus dem Olympiakader, weil NBA-Star Chris Kaman damals eingebürgert wurde. Jetzt, mit gerade einmal 27 Jahren, ist das Ronsdorfer Eigengewächs, das bei Bayer Leverkusen und den Düsseldorf Magics zehn Jahre Bundesliga gespielt hat, zurück auf den Südhöhen und schickt sich an, seinen Stammverein DT Ronsdorf in neue sportliche Dimensionen zu hieven. Im Schlepptau hat er nämlich eine Handvoll weiterer ehemaliger Zweit- und sogar Erstligaspieler, die fast alle untereinander befreundet sind.

„Ich habe mit meinem besten Kumpel Gordan Stanic ein bisschen herumgesponnen, und wir haben überlegt, dass man mal wieder zusammenspielen könnte“, sagt Gordan Geib. Er strahlt, während nebenan seine Basketballkumpels im Training reihenweise die Bälle in der Reuse versenken. Die Idee reifte bei Geib im vorigen Jahr auf einer Weltreise, die er mit seiner Freundin, der Handballspielerin Gesine Pauls, machte, um eine Auszeit vom Profi-Basketball zu nehmen. „Ich habe währenddessen auch mit vielen Basketballtrainern Kontakt gehabt und für mich entschieden, dass ich nicht mehr nur für den Basketball leben will.“

Seit zwei Wochen ist Geib zurück (zuletzt aus Ecuador, wohnt jetzt in Barmen) und hat neben jeder Menge Reiseeindrücke aber auch wieder große Lust auf das eigentliche Spiel Basketball mitgebracht. Außerdem will er sich als Ernährungsberater und Personaltrainer eine Existenz aufbauen.

Neben Geib und Stanic, der mit der DT gerade aus der Oberliga aufgestiegen ist, spielen bei Ronsdorf mit Trainersohn Michal Twarog und Jan Bohnen noch weitere ehemalige Spieler aus der glorreichen D-Jugend der DT mit, die 1996 Deutscher Meister wurde, die sich aber nach und nach in alle Winde zerstreute, weil größere Vereine lockten und professionelle Rahmenbedingungen in Wuppertal nicht herzustellen waren. Hinzu kommen mit Weltenbummler Mike Baron, dem inzwischen 37 Jahre alten 2,15 m-Center und Ex-Nationalspieler Jürgen Malbeck und dem bundesligaerfahrenen Marco Barth (vorher BTV) weitere Topspieler.

Die Augen von Marek Twarog, seit 25 Jahren Basketballtrainer in Ronsdorf, glänzen wie die eines kleines Kindes zu Weihnachten, wenn er seine neue Mannschaft betrachtet, in der sicher auch die schon im vergangenen Jahr starken Peter Marinkovic und Zuri Williams eine gute Rolle spielen werden. „Als Gordan mich gefragt hat, ob ich noch einen Platz für ihn hätte, habe ich gesagt, wir sind eigentlich voll“, erzählt Twaraog mit listigem Humor. Nun hat er ein Ensemble beisammen, das gut und gerne das Bayern München der Basketball-Oberliga genannt werden darf und natürlich haushoher Favorit auf den Meistertitel ist. Bezüglich der Finanzen hinkt der Vergleich jedoch gewaltig. „Geld können wir hier nicht bezahlen“, sagt Twarog.

Geib und seine Mitspieler haben versprochen, sich selbst mit um die Vermarktung zu kümmern, um auch wirtschaftlich ein tragfähiges Gerüst aufzubauen, wenn es, wie geplant, über Jahre in immer höhere Basketball-Regionen gehen soll. „Wir wollen Jugendliche zum Basketball bekommen und uns viele Projekte ausdenken“, sagt Geib. Eines sei beispielsweise eine Schul-AG, in der Zuri Williams englischsprachigen Basketball-Unterricht anbietet. Der Konkurrenz dürfte das selbst ernannte „Projekt Ronsdorf“ jedenfalls sehr bald spanisch vorkommen, wenn sie so chancenlos sein sollte, wie man das erwarten kann.