Auch mit 90 ist Rosenberger nichts zu schwer

Auch mit 90 ist Rosenberger nichts zu schwer

Wuppertals Gewichtsheber-Nestor feierte gestern in der Alten Färberei runden Geburtstag.

Wenn ein 90 Jahre alter Jubilar seine große Geburtstagsfeier selbst organisiert, dann darf man mit Fug und Recht von einem vitalen Geburtstagskind sprechen. So war das auch am gestrigen Sonntag bei Wuppertals Gewichtheber-Nestor Kurt A. Rosenberger, der seinen Ehrentag mit vielen Gästen im Begegnungszentrum Alte Färberei in Oberbarmen beging.

Am liebsten, daraus macht er keinen Hehl, würde Rosenberger auch mit 90 Jahren noch Wettkämpfe bestreiten. Doch nachdem er vor drei Jahren auf dem Heimweg vom Training angefahren worden war und eine schwere Sehnenverletzung im linken Arm erlitten hatte, ist das nicht mehr möglich. Kurz zuvor war er noch Vizeweltmeister geworden. Eine von 30 EM- und WM-Medaillen, die der in Lübbenau im Spreewald geborene und 1946 nach Wuppertal gekommene Rosenberger als Masters-Heber seit 1991 gewonnen hat. Darauf wies Otto Spartmann, Geschäftsführer des KSV Wuppertal, in seiner Laudatio hin. Rosenberger hatte nicht nur jahrzehntelang die Riege des KSV verstärkt, sondern war auch 35 Jahre lang dessen Vorsitzender gewesen.

Dass er nach vier Siegen bei der Masters-Olympiade (1994, 1998, 2005 und 2009) auch in die Hall of Fame der Masters Gewichtheber aufgenommen worden war — ebenso übrigens in die der internationalen Kampfrichter — trug Rosenberger gestern stolz als Abzeichen auf seinem Festtagsanzug.

Zu den Gratulanten gehörten neben Repräsentanten des NRW-Gewichtheberverbandes übrigens auch Gottfried Deter von der Sportjugend und Sozialdezernent Stefan Kühn. „Absolut faszinierend der Mann“, sagte Kühn, der Rosenberger seit vielen Jahren schätzt. Der Kontakt kam zustande, weil Rosenberger den Jugendring und das Jugendamt dabei unterstützte, Jugendliche für den Sport und die Gemeinschaft zu begeistern, Veranstaltungen mit organisierte.

Überzeugend für seinen Sport werben kann der Träger des Bundesverdienstkreuzes auch mit 90 Jahren noch. Um selbst nicht ganz aus der Übung zu kommen, hat er sich übrigens eine Apparatur gebaut, durch die er die Hantel sozusagen einarmig anheben kann. So trifft man ihn weiter zweimal die Woche im Kraftraum des KSV, wo er am nächsten Samstag auch als Kampfrichter beim Oberliga-Kampf der KG Wuppertal fungiert.

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