Angelo Mulé: Sein Herz schlug für den CSI Milano

Angelo Mulé: Sein Herz schlug für den CSI Milano

Große Anteilnahme nach dem Tod des 71-jährigen Wuppertaler Fußball-Urgesteins.

Wuppertal. „Angelo Mulé war das Gesicht des CSI Milano. Sein Tod ist nicht nur für den Verein ein großer Verlust.“ Stefan Langerfeld, Vorsitzender, des Fußballkreises Wuppertal, fasste am Donnerstag zusammen, was viele in der Wuppertaler Fußballszene denken, nachdem Mulé am Dienstag im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben ist.

Mulés sizilianisches Blut war in der Fußballszene bestens bekannt, genauso aber sein Herzblut, das er für den Verein vergoss, dessen Geschicke er als Vorsitzender mit großem Engagement vom ersten Tag an seit 1975 lenkte.

Der DFB-Ehrenamtspreis 2008 und die Auszeichnung für sein Lebenswerk durch den Stadtsportbund im Jahre 2010 waren Anerkennung dafür, dass sich in der Familie Mulé — Tochter Conchetta ist CSI-Geschäftsführerin — praktisch alles um den Verein und den Fußball drehte.

Wuppertal, wohin er 1962 als 20-Jähriger aus Sizilien gekommen war, bezeichnete er als „seine zweite Geburtsstadt“. Der Fußballplatz an der Grundstraße war sein Zuhause. Von 1963 bis 1968 gehörte er der SG Langerfeld an, spielte dort in der dritten Mannschaft, die praktisch eine Gastarbeiter-Truppe war. Aus ihr ging 1970 der CSI (Centro Sportivo Italiano) Wuppertal hervor, der dann 1975 mit dem FC Milano zum CSI Milano fusionierte.

Damals waren sogenannte „Ausländervereine“ in Wuppertal eine absolute Seltenheit. Mulé machte seinen CSI im Fußballkreis aber sehr schnell zu einer festen Größe. Bis heute drei Seniorenteams, dazu eine Jugendabteilung — darauf war er stolz. Energisch konnte er sein, sprach trotz seines italienischen Akzents immer sehr schnell. „Er hat seinen Forderungen immer auf eine liebenswürdige Art und Weise Nachdruck verliehen“, sagt Stefan Langerfeld.

Durch seine Krankheit war es zuletzt stiller um Mulé geworden. Auf den Sportplatz ließ er sich aber immer noch im Rollstuhl fahren, um dabeizusein.

„Es ist sein Lebenswerk und ich habe vor, es mit Hilfe der vielen Engagierten im Verein weiterzuführen“, verspracht seine Tochter Conchetta am Donnerstag. In Trauer um Angelo Mulé hat der Verein aber für dieses Wochenende alle Spiele abgesagt. gh

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