Alemannia Aachen kommt wie Phönix aus der Asche

Alemannia Aachen kommt wie Phönix aus der Asche

Am Samstag (Anstoß 14 Uhr) erwartet der Wuppertaler SV den alten Westrivalen im Stadion am Zoo.

Die Zeit ist schnelllebig. Erst recht im Fußball. Zwölf Jahre wird es im Sommer her sein, dass Deutschland bei der Heim-WM ein Sommermärchen feierte. Während die Erinnerung daran noch wachgeblieben ist, ist die von Alemannia Aachen nur wenige Wochen zuvor bejubelte Rückkehr in die Bundesliga — in der Saison 1968/1969 wurde das Team vom Tivoli hinter Bayern München Vizemeister — nahezu in Vergessenheit geraten. Zumal die Zugehörigkeit zur Beletage des deutschen Fußballs lediglich eine Saison anhielt und mit dem Abstieg 2007 obendrein eine rasante Talfahrt einsetzte, die von finanziellen Problemen begleitet bis in die Viertklassigkeit führte.

Foto: Kurt Keil

Dort versucht die Alemannia inzwischen in der fünften Spielzeit, wieder in höhere Regionen zu gelangen. Die Spitzenposition in der ewigen Tabelle der 2. Liga musste sie im vergangenen September an die SpVgg Greuther Fürth abgeben. Zudem befindet sich der Verein bereits zum zweiten Male in einem Insolvenzverfahren. „Dennoch wollen wir unseren Spielern die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten. Bei uns soll alles zu 100 Prozent professionell sein. Manchmal sind dafür allerdings sehr kreative Lösungswege gefragt“, erklärte Trainer Fuat Kilic.

Trotz aller Widrigkeiten hat es der 44-Jährige geschafft, die Gelb-Schwarzen in der Spitzengruppe der Regionalliga West zu positionieren. Im durch die vielen Ausfälle schiefen Tableau könnte der Rückstand auf Platz eins im ungünstigsten Falle sieben Punkte betragen. Für die Verantwortlichen ist der aktuelle Rückstand kein Hindernis, auf den Antrag zur Erteilung einer Drittliga-Lizenz zu verzichten. Beim Wuppertaler SV hat man aus wirtschaftlichen Gründen beschlossen, den Antrag für die 3. Liga nicht zu stellen.

„Im Fußball ist nichts unmöglich. Es wäre doch fatal, wenn wir eine hervorragende Rückrunde hinlegen, die Konkurrenten schwächeln, wir aber trotzdem nicht hoch dürften. Ich finde es vom Verein sehr gut, dass er den Antrag gestellt hat. Es ist schließlich auch eine Anerkennung für die Mannschaft, welche die nächsten Aufgaben nun sicherlich noch motivierter angehen dürfte“, sagte Kilic im Interview mit dem Internetprotal „fussball.de“.

Die Aufgabe beim WSV tritt die Alemannia als bislang bestes Rückrunden-Team an. In den vergangenen fünf Spielen gab es zwölf Punkte und das, obwohl in Mergim Fejzullahu (zehn Treffer), Junior Torunarigha (acht) sowie dem früheren Wuppertaler Marcel Damaschek (vier) die drei besten Torschützen nicht zur Verfügung standen.

Ob das Trio heute im Stadion am Zoo mitwirken kann, ließ sich Trainer Kilic nicht entlocken. Bange ist dem Deutsch-Türken aber in keinem Fall. Schließlich muss der WSV die mit 23 Gegentoren zweitbeste Defensive der Liga auch erst mal knacken. Vom Spiel berichtet die WZ im Liveticker => Hier klicken!

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