Baustart: Abschied von der ungeliebten Asche

Baustart : Abschied von der ungeliebten Asche

Am Sportplatz Schönebeck hat der Umbau begonnen. Jubel bei Viktoria Rott.

Dem Beginn der Bauarbeiten auf dem Sportplatz Schönebeck haben die Fußballer von Viktoria Rott lange entgegen gefiebert. Nun ist es endlich soweit. In der vergangenen Woche waren auf dem Rott einige Barrieren in den engen Zufahrtsstraße abgebaut worden, seit Beginn dieser Woche sind die Bagger und schweren LKW-Züge angerollt, um den Aschebelag vom Spielfeld zu räumen und mit einem Kunstrasen auszustatten.

„Bis Ende Oktober soll das geschehen sein, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt“, sagt Peter Lux, Projektleiter beim Sportamt. Der SV Viktoria Rott hatte vorsorglich für die ersten vier Spiele in der Kreisliga B Auswärtstermine beantragt, und wird danach wohl zunächst an den Uellendahl umziehen müssen. Trainiert wird derzeit in Beyenburg und auf dem Stadionnebenplatz. Ein neuer Kabinentrakt und vermutlich auch das Kleinspielfeld sollen dann erst später folgen.

Stadt setzt weiter auf
Kunstrasen mit Granulatbelag

Da die Wittener Firma Sachse Sportplatzbau auch den Zuschlag für den Umbau an der Grundstraße erhalten hat, erhofft sich die Stadt Synergieeffekte. Schließlich sind die Arbeiten an der Grundstraße, wo inzwischen die neue Drainage fertig ist, schon angelaufen. Bald soll auch mit dem Umbau des Kleinspielfeldes am Gelben Sprung begonnen werden. Dort wird als Modellversuch kein Kunststoffgranulat sondern nur Sand verwendet. Das ist eine Reaktion auf die Diskussion über Mikroplastik und die Granulatverklumpungen bei Hitze. Die Verwendung von Sand soll aber keinen Modellcharakter für die großen Fußballplätze haben.

Wie berichtet wird die Stadt auf der Sportanlage Grundstraße und auf dem Sportplatz Schnöebeck die neueste Generation von EPDM verwenden und fühlt sich damit auf der sicheren Seite - sowohl was die Umwelt als auch die Eigenschaften bei Hitze angeht. Zusätzlich bestärkt fühlt man sich durch die jüngste Erklärung der Landesregierung, dass ein eventuelles Verbot von Mikroplastik, das bei der EU ab 2022 geprüft wird, nicht für bestehende Plätze gelten würde. Kork anstatt Granulat zu verwenden, sei übrigens für Wuppertal keine Alternative, so Sportamtsleiter Norbert Knutzen. „Bei den hiesigen Witterungsverhältnissen halten wir das für keine haltbare und praktikable Lösung.“

Für den Sportplatz Schönebeck sind ein Kunstrasenplatz, ein zusätzliches Kleinspielfeld und der Neubau eines Sportplatzhauses vorgesehen. Bei einem Gesamtvolumen von 1,65 Millionen Euro gibt es einen Landeszuschuss für Quartiersförderung in Höhe von 1,48 Millionen Euro, der den Umbau erst möglich gemacht hat. Im ersten Anlauf war die Stadt mit ihrem Förderantrag gescheitert, entsprechend war die Freude bei den Kickern vom Rott, als die Zusage im vergangenen Jahr dann vorlag. Nun deckt die Förderung des Landes rund 90 Prozent der Kosten für die Modernisierung der Sportanlage.

Durch den Kunstrasenplatz erhofft sich Viktoria Rott Chancengleichheit. Der SC Viktoria ist wegen seiner erfolgreichen Jugendarbeit ein wichtiger sozialer Faktor im Quartier. Der Club hat Spieler wie Gonzalo Castro (VfB Stuttgart) und zuletzt Chinedu Ekene (TSG Hoffenheim II) hervorgebracht. Allerdings ist es oft nicht möglich gewesen, talentierte Spieler länger zu binden, weil diese lieber auf Kunstrasen spielen wollten. „Die Kicker vom Rott leisten seit Jahren wertvolle Arbeit für die Kinder und Jugendlichen im Quartier. Ich bin auch für die Eltern der dort spielenden Kinder sehr froh, dass der Verein nun bald Chancengleichheit hat, was die Qualität der Sportanlage angeht“, lautete daher der Kommentar von Sportdezernent Matthias Nocke (CDU) zum Förderbescheid.

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