3:6 in Köln — am Ende kam es knüppeldick

3:6 in Köln — am Ende kam es knüppeldick

Der Wuppertaler SV ging bei der U 21 des 1. FC Köln vor 700 Zuschauern zweimal in Führung. Fünf Gegentore nach der Pause.

Im zweiten Spiel seiner Auswärtswoche hat Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV die erste Niederlage kassiert. Dem 2:2 in Dortmund ließen die Wuppertaler gestern ein 3:6 (2:1) gegen die U 21 des 1. FC Köln folgen und bleiben Tabellen-Vierter. In einer ungemein schnell und leidenschaftlich geführten Partie ließ sich der WSV durch einen frühen Rückstand nicht schocken und drehte die Partie zwischenzeitlich, kassierte aber kurz nach der 3:2-Führung schon wieder den Ausgleich. Am Ende, als der WSV auf Sieg spielte, gab es sogar noch drei Gegentreffer.

Foto: Kurt Keil

Gegenüber dem 2:2 in Dortmund hatte Stefan Vollmerhausen die Startelf nur auf einer Position geändert. Dennis Dowidat spielte für den jungen Marco Cirillo links offensiv. Vollmerhausen wollte gegen die verunsicherten Kölner wohl auf etwas mehr Erfahrung setzen. Der letzte und einzige Sieg der Geißböcke, die als Tabellenletzter schwierige Wochen hinter sich haben, war bereits fast zwei Monate her. Zuletzt zeigte die Mannschaft unter ihrem neuen Trainer Andre Pawlak aber Aufwärtstendenzen und wollte das auf dem feinen Hybridrasen des Franz-Kremer-Stadions am Geißbockheim gegen den WSV bestätigen.

Der WSV ist aus dem eigenen Stadion und auch vom Samstag aus der Rote-Erde-Kampfbahn weit rustikalere Spielwiesen gewöhnt. Rustikal, aber nicht unfair, stieg auch Abwehrrecke Peter Schmetz ein und bekam schon nach acht Minuten zu seiner Überraschung und Bestürzung einen Elfmeter gegen sich gepfiffen. Er hatte Kölns routinierten Mittelstürmer Roman Prokoph im Strafraum von hinten bedrängt, was Schiedsrichter Jonathan Laux relativ exklusiv als Foul wertete.

Prokoph verwandelte selbst, doch nur zwei Minuten später waren eventuelle Ungerechtigkeiten wieder ausgeglichen. Auf der Gegenseite köpfte Tristan Duschke nach Freistoßflanke aus nächster Distanz Leander Siemann den Ball an die Hand, was Laux ebenso als elfmeterreif befand. WSV-Kapitän Gaetano Manno stellte vom Punkt aus sicher auf 1:1.

Das Spiel blieb ungemein temporeich. Das ging zwar teilweise auf Kosten der Genauigkeit, doch Torchancen gab es hüben wie drüben. Der WSV musste bei Kölns Kontern auf der Hut sein, baute aber selbst mehr und mehr Druck auf. Nicht unverdient fiel kurz vor der Pause der Wuppertaler Führungstreffer. Peter Schmetz, beim 0:1 noch Unglücksrabe, revanchierte sich auf seine Art und köpfte eine Eckballflanke von André Mandt aus acht Metern ins Tor. Klasse, wie hoch er gegen einen ganzen Pulk von Kölner Abwehrspielern in der Luft stand.

Nach der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse. Binnen drei Minuten fielen drei Tore, und zwar jeweils nach Freistößen. Auf Kölner Seite waren Risa und Ratifo die Nutznießer, als der WSV den Ball nicht aus dem Strafraum bekam, zwischendurch erzielte Gino Windmüller per wuchtigem Kopfball die 3:2-Führung.

WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen stellte nach einer Stunde auf Viererkette um, um der wilden Hatz etwas Stabilität zu geben. Bei einem Pfostentreffer vom Peter Schmetz nach Freistoßflanke waren die Wuppertaler dem Sieg nahe, doch Roman Prokoph machte auf der Gegenseite mit einem schönen Kopfballtreffer zum 4:3 die Kölner glücklich. In der Nachspielzeit erhöhten Klauß und Quahin gegen die aufgerückten Wuppertaler zum 6:3.