16. DanceCom in der Stadthalle Wuppertal bietet wieder großen Tanzsport

Tanzen : Mütt und Klass tanzen sich in die Elite

Beim 16. DanceComp, Deutschlands zweitgrößter Tanzveranstaltung, glänzt ein junges Wuppertaler Paar ganz besonders.

Auch wenn die diesjährige danceComp einmal nicht an den temperaturstärksten Tagen des Jahres ausgetragen wurde, ging es bei ihrer 16. Auflage in der Historischen Stadthalle wieder heiß her: 73 Turniere mit insgesamt 2500 Paaren aus 39 Nationen sorgten für drei tolle Tanztage, die gleichermaßen durch herausragende Leistungen der Tänzerinnen und Tänzer in Standard und Latein wie auch durch eine perfekte Organisation gekennzeichnet waren.

Und beim Wuppertaler Grün-Gold Casino freut man sich, nicht nur durch viele ehrenamtliche Helfer zu glänzen, sondern auch durch ein Teenagerpaar. Kathrin Klass (14) und Markus Mütt (15) ließen am Sonntagmorgen in der Hauptgruppe A Standard die zum Teil erheblich ältere Konkurrenz hinter sich und belegten einen überragenden zweiten Platz. Doch, als sie die Tanzfläche mit Silbermedaillen und Urkunden verließen, verbreiteten sie eher Befriedigung als überschäumende Freude. „Das Finale wollten wir auf jeden Fall erreichen und möglichst aufs Treppchen“, so der blonde junge Mann. „Seit viereinhalb Jahren tanzen wir zusammen“, so Kathrin Klass, und Markus Mütt erklärte: „Uns kommt es nicht auf die Platzierung an, sondern auf das Gefühl, unser Bestes gegeben zu haben.“ Um das zu erreichen, trainieren beide viermal pro Woche bei GGC-Trainer Pavel Kurgan. In weiter Ferne haben sie auch eine berufliche Tanzkarriere auf dem Wunschzettel.

Quick-Step so anstrengend
wie ein 800-Meter-Lauf

„Die Halle und das Publikum sorgen dafür, dass man über seine Leistungsgrenzen hinweg geht“, diese Meinung hörte man oft. Und das galt dann auch für den letzten Tanz im Finale, beim Standard den „Quickstep“, als die Besucher auf den Stühlen am Rande merkten, dass die Aktiven ein „Applaus-Doping“ benötigten, um sich noch einmal zu Höchstleistungen aufzuschwingen. „Der Quickstep entspricht, was die Anstrengung angeht, einem 800-Meter-Lauf“, wusste Pressesprecher Volker Hey und berief sich auf eine Untersuchung der Sporthochschule Köln. „Aber, wer erwartet, dass der Läufer dabei noch lächelt und Fröhlichkeit ausstrahlt?“

„Was den Zuschauerzuspruch wie auch die Begeisterung angeht, kann ich das Publikum nur loben“, freute sich Dagmar Stockhausen, die neue Vorsitzende des Tanzsportverbandes NRW, nachdem Norbert Jung aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Die Euphorie umfasste nicht nur das Jive-Turnier am Freitag, als die 14 Paare ihren Fantasien zwischen Pippi Langstrumpf und Oktoberfest freien Lauf ließen, sondern hielt auch am Samstag an. So beim Turnier der Hauptgruppe A Latein, bei dem es um den Preis der Stadthalle ging. Sieger hier wurden von Beifall umjubelt Pauline Staiber und Christian Holweg aus Nürnberg, die 16 und 18 Jahre alt, noch für die Jugend startberechtigt sind.

Beide starteten auch bei der internationalen Elite WDSF Open und wurden beachtliche 38. von 103 Paaren, gingen aber am Sonntag noch bei zwei weiteren Turnieren aufs Parkett des Großen Saals. „Zwar nur vier Stunden Schlaf diese Nacht, aber da müssen wir durch“, meinte Christan Holweg gelassen.

Den Sieg bei den WDSF Open holten sich nachts um 1 Uhr Khrystyna Moshenska und Marius-Andrei Balan, ihres Zeichens Deutsche Meister und Vizeweltmeister. Die für Bochum startenden Wuppertaler Anna Salita und Artur Balandin kamen ins Finale und wurden großartige Vierte. „Auch zu so später Stunde war das Publikum noch in bester Stimmung“, staunte Dagmar Stockhausen, die den eleganten Athletinnen und Athleten die Medaillen umgehängt hatte.

(fwb)
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