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Lkw: Wenn’s kracht, dann richtig

Lkw: Wenn’s kracht, dann richtig

Premiere: Erstmals gibt es am 19. und 20. Mai öffentliche Aktionen rund um die Sicherheit von Lastwagen.

Es genügt eine Fahrt über die A 1 und die A 46, um zu sehen, wohin die Reise geht: Auch auf den Autobahnen in Wuppertal sind mehr und mehr Lastwagen unterwegs. Während Lärmschutz, zusätzliche Fahrspuren und Betonwände auf den Mittelstreifen dieser Entwicklung Rechnung tragen, vergeht kaum ein Tag, an dem Polizei und Feuerwehr es nicht mit Lkw-Unfällen zu tun bekommen.

Um ein Zeichen dagegen zu setzen, richtet die Bundesvereinigung der Berufskraftfahrer-Verbände (BdBV) am 19. und 20. Mai erstmals öffentliche Verkehrssicherheitstage aus. Sie wenden sich ausdrücklich nicht nur an Lkw-Fahrer, sondern an alle Wuppertaler, denen es um Sicherheit auf den immer stärker belasteten Straßen geht.

"Aktionen dieser Art sind überaus wichtig", sagt Gunter Herring, Sprecher der Autobahnpolizei bei der Bezirksregierung in Düsseldorf. Von den 374 Wuppertaler Autobahnunfällen im 1. Quartal 2007 wurden 128 durch Lkw verursacht - was einem Anteil von 32,4 Prozent entspricht. Die Bandbreite reicht vom umgestürzten 40-Tonner, der stundenlang die Autobahn blockiert und per Kran geborgen werden muss, bis hin zum Kleintransporter, dessen Ladung schlecht gesichert ist. Herring: "Lkw-Unfälle sind in der Regel mit erheblichen Schäden verbunden und gerade auch eine Katastrophe für alle Pendler, die im Stau stehen." In den Niederlanden wurde errechnet, dass jeder Kilometer Autobahnstau pro Fahrspur einen wirtschaftlichen Schaden von 6000 Euro verursacht - unter anderem durch vergeudeten Treibstoff und Verspätungen.

Berufskraftfahrer jenseits umfassender Verkehrskontrollen zu erreichen, ist ein erklärtes Ziel der Verkehrssicherheitstage, erklärt Wolfgang Westermann, BdBV-Präsident und selbst Wuppertaler. "Uns geht es darum, Denkanstöße zu liefern."

Denen begegnet Fahrlehrer-Sprecher Achim Müller - er bildet seit Jahrzehnten in Elberfeld Berufskraftfahrer aus - bei seinen täglichen Touren über die Autobahnen: Dazu gehören überfüllte und zugeparkte Rastplätze am Abend, wenn es für Lkw-Fahrer darum geht, einen Platz für die Nacht zu finden, um ihre Ruhezeiten einzuhalten. Oder um haarsträubende Szenen in Staus an den vielen Baustellen der A 1 und A 46.

Das Programm: Auf dem Programm steht ein Lkw-Fahrsicherheitsturnier in Zusammenarbeit mit der Daimler Chrysler-Niederlassung (Anmeldungen bei Thomas Graf, Tannenstraße 34, 42653 Solingen, Ruf / Fax: 0212 / 54 98 68), Podiumsdiskussionen (12 bis 15 Uhr) sowie diverse Vorführungen zur Ladungssicherheit, Unfallsimulationen und Rettungsdemonstrationen. Auch die Autobahnpolizei ist vor Ort. Für Familien gibt es ein Kinderprogramm und Imbiss-Stände.