Verkehr: Linien fehlen: Keine Einfahrt möglich

Verkehr : Linien fehlen: Keine Einfahrt möglich

Ralf Zinzius wartet seit einem Jahr auf Markierungen vor der Garage. Der Stadt fehlen dazu Mitarbeiter.

Ralf Zinzius ist verärgert. Er ist Eigentümer eines Hauses an der Rödiger Straße / Ecke Kiefernstraße. Und er kann seinen Mietern nicht die Garagen und den Innenhof zum Parken zur Verfügung stellen. Denn oft genug sei die Ausfahrt an der Kiefernstraße so zugeparkt, dass man nur mit mehrmaligem Rangieren oder gar nicht herausfahren könne.

Zinzius hat sich deswegen an die Stadt gewandt. Vor etwas mehr als einem Jahr hat er bei der Abteilung Verkehrslenkung und Straßennutzung beantragt, dass die Stadt „Grenzmarkierungen auf der Kiefernstraße vor und gegenüber meinen beiden Garagenausfahrten“ auftragen möge. Bis heute ist nichts passiert.

Die Ursprungsmail ist am 31.Juli 2018 verschickt worden. Zinzius hat die Stadt noch mehrmals an sein Anliegen erinnert. Am 6. November 2018. Am 21. März 2019. Dann den Oberbürgermeister mit einer Mail am 10. Juli.

Zwar gab es zwischendurch eine Antwort von der Verkehrslenkung – am 8. November. Aber in der verwies der Abteilungsleiter nur auf die fehlenden Mitarbeiter und die Fülle ähnlicher Anträge: „Leider sind weiterhin alle Kolleg*innen damit beschäftigt, die absoluten Gefahrenlagen zu mildern und abzuarbeiten. Zurzeit gibt es einen Rückstand von ca. 750 vergleichbaren Anträgen“, hieß es in der Mail. Man setze alles daran, neue Mitarbeiter einzustellen, könne aber nach damaligem Stand erst 2019 „erkennen, wann wir derartige Prüfungen wie in Ihrem Fall vornehmen können, und uns bei Ihnen melden.“

Die Zahl der Anträge
ist noch gestiegen

Laut Zinzius hat sich bisher niemand gemeldet. Ihn ärgert das. Einerseits könne er seinen Mietern unter den Bedingungen nicht anbieten, die Einzelgarage und den Innenhof zum Parken zu nutzen – weil eben nicht sicher sei, dass sie ein- und ausfahren könnten. Andererseits sieht er bei der Verkehrslenkung Zustände, wie es sie schon in der Zulassungsstelle und dem dem Einwohnermeldeamt gegeben habe.

Die Stadt weiß um die Zustände und bittet Herrn Zinzius um Geduld. Laut Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler ist die Zahl der nicht abgearbeiteten Anträge mittlerweile noch weiter angestiegen. Das liege an der Personalknappheit und der Vielzahl der Aufgaben: „Die Kollegen in der Verkehrslenkung sind weiterhin so knapp besetzt, dass Vorgänge priorisiert werden müssen, um abgearbeitet werden zu können. Das bedeutet, dass vorrangig die Anliegen abgearbeitet werden, die Verkehrsgefahren beseitigen beziehungsweise der Verkehrssicherheit dienen – wie die Schulwegsicherung oder eine geänderte Beschilderung an Unfallschwerpunkten.“ In diesem Falle sei es eben geboten, die „Pflicht“ – also die Sicherheit – vor der „Kür – also durchaus berechtigter Anliegen der Bürger – abzuarbeiten.“

Die Stadt suche nach Lösungen „für diese für alle unbefriedigende Situation“. Neue Stellen sollen in der Abteilung Abhilfe schaffen – allerdings müssen diese erst besetzt und neue Kollegen und Kolleginnen eingearbeitet werden.“ Vorerst wird Ralf Zinzius also warten müssen – wie viele andere auch.

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