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Lidl-Projekt: Entwurf für die Uellendahler Straße kommt in der Politik gut an

Stadtentwicklung : Uellendahler Straße: Entwurf für Discounter kommt gut an

Planungsrechtliche Fragen bleiben - und die Sorge vor Verkehrsproblemen.

Uellendahl. Ziemlich angesäuert war die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg in ihrer Mai-Sitzung. Die Stadt hatte eine Vorlage zur Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes (EZK) für Wuppertal vorgelegt – „und unser Bezirk kam praktisch kaum vor“, erinnert sich Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD). Zur jüngsten Sitzung forderte die BV deshalb von der Verwaltung eine Nachbearbeitung. So wurden zum Beispiel Fehler ausgemerzt, wie etwa der zunächst noch in der Liste aufgeführte Supermarkt an der Leipziger Straße, „der schon längst geschlossen ist“.

Die Stadt nennt in einigen Bereichen des Bezirks Versorgungslücken, etwa am Dönberg oder an der Uellendahler Straße. Thema am Donnerstag war deshalb auch das mögliche neue Nahversorgungszentrum im Bereich Uellendahler Straße 400 (die WZ berichtete) und der Neubau für den Lidl-Markt auf dem ehemaligen Nätebusch-Gelände an der Uellendahler Straße 162.

Die Präsentation dafür kam in der Sitzung der Bezirksvertretung gut an, wie Ebert im Nachgang berichtet. Die Planung sieht für das alte Fabrikgelände nicht mehr einen typischen Discounter-Flachbau vor, sondern eine Bebauung zur Uellendahler Straße hin, die sich an die Nachbarschaft anpasst - mit einer Wohnnutzung für die obere Etage.

„Die Pläne sind ja deutlich abgespeckt worden“, erklärt Hans-Joachim Lüppken (CDU), der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Sie seien grundsätzlich zustimmungsreif, aber einige Fragen müssten natürlich noch geklärt werden. Dazu zähle vor allem auch das Thema Verkehr. Die Uellendahler Straße sei in diesem Abschnitt recht eng, die Zufahrtssituation könnte ein Problem werden, befürchtet Ebert.

An der Nevigeser Straße zum Beispiel, wo Lidl ebenfalls neu gebaut hat – die Vierfach-Sporthalle befindet sich noch in Arbeit – war die Verkehrsplanung ein wichtiger Punkt in der Planung, die auch die BV öfter beschäftigte. Lidl legte ein Konzept zur Verkehrsführung vor.

Abriss von Nätebusch soll in diesen Tagen beginnen

Die ersten Entwürfe von Lidl und dem beauftragten Architekturbüro für den Neubau waren im Wuppertaler Gestaltungsbeirat vor ein paar Jahren allesamt durchgefallen. Das Gremium tagt nicht öffentlich, über die Diskussionen ist Stillschweigen vereinbart worden. Wie in der jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche abgestimmt wurde, ist deshalb nicht bekannt. Die neuen Entwürfe für den Markt seien aber „deutlich weiterentwickelt worden“, so Jochen Braun, Ressortleiter Bauen und Wohnen. Lidl sei „auf alle Kritikpunkte eingegangen“, so Braun. Ein Lidl-Vertreter spricht von einem „Hausaufgabenpaket“ des Gestaltungsbeirates, das abgearbeitet worden sei. Planungsrechtlich seien nun aber noch einige Punkte zu klären, erklärt Braun. Zum Zeitplan für den Bau des Marktes gibt es von Lidl noch keine Auskunft. Dafür sei es noch zu früh.

Bis vor ein paar Jahren produzierte auf dem Areal noch die Aluminium verarbeitende Firma Nätebusch. Das Gebäude wurde 1920 errichtet, bevor Nätebusch einzog, war dort eine Weberei beheimatet. 7100 Quadratmeter umfasst das Grundstück, knapp 2000 Quadratmeter Nutzfläche das Gebäude. Die Gebäude sind abrissreif – Anfang vergangener Woche, zufällig zwei Tage, bevor die Lidl-Pläne auf der Tagesordnung der BV standen, war noch ein Teil der Firma im hinteren Bereich des Geländes eingestürzt. Wie der Lidl-Vertreter bestätigt, soll spätestens in der kommenden Woche der Abriss beginnen. Die Zeit dränge. Ein benachbartes Wohnhaus zur Uellendahler Straße hin hatte Lidl aus Sicherheitsgründen eingerüstet, falls sich von dem Fabrikgebäude in der Zwischenzeit noch weitere Teile lösen sollten. est