Lesung: Lichtkünstler verwandelt Wuppertal mit seinen Projekten

Lesung : Lichtkünstler verwandelt Wuppertal mit seinen Projekten

Gregor Eisenmann hat ein „krasses Jahr“ hinter sich. Auch für 2019 plant er viele neue Projekte.

Die Kunst von Gregor Eisenmann drückt Wuppertal ihren Stempel auf. Im Dezember hat er die Fassade des Bahnhofsgebäudes am Döppersberg in Lichtmuster und Farben getaucht. Davor illuminierte er Räume der Stadthalle und den Bürgerbahnhof in Vohwinkel.

Als Lichtkünstler ist Eisenmann seit gut zehn Jahren unterwegs. Aber ein so „krasses Jahr“ wie 2018 hat er noch nicht erlebt. Auch das neue Jahr hat schon einige Projekte mit sich gebracht. Am 1. März bespielt er neben Schauspielerin Silvia Munzon Lopez und Musiker Rolf Haarmann die Utopiastadt, wo er früher sein Atelier hatte. Zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler arbeitet er an einer Text-Video-Collage mit, die im November Premiere hat. Und wenn er von etwas träumt, dann von einem „Lichtkunstfestival in der Stadt“.

Eisenmann will sein Publikum
in eine andere Welt holen

Großflächig verwandelt Eisenmann mit Licht Gebäude und Plätze. Dabei entwirft er seine Projektionen in einem geradezu winzigen Raum. Auf den ersten Blick lassen Cellokasten und Bassgitarre an ein Musikzimmer denken. Gleich daneben steht die Fassade der Bundesbahndirektion, aus Pappe und im Miniaturformat. Daran probierte er aus, was er am Computerbildschirm entwickelt hatte. Per Beamer zeichneten Farbstriche die Konturen des Modells nach.

Auf jede Lichtshow bereitet sich der Künstler akribisch vor, begeht den Ort und macht ein Testleuchten. Doch wie bei einem Live-Konzert kann er nicht alles planen. Am wenigsten die Reaktionen der Zuschauer. Negatives hat Eisenmann dennoch kaum erlebt. Im Gegenteil. Bei der Döppersberg-Show blieben etliche stehen, die eigentlich nur zum Bahnhof wollten. „Es ist toll, dass Leute sich so darauf einstellen“, sagt Eisenmann. Im besten Fall könne er so sein Publikum sensibilisieren und „in eine andere Welt holen“.

Über den Lichtkünstler darf man nicht den bildenden Künstler vergessen. „Malerei ist für mich die Basis“, betont Eisenmann. Darauf konzentrierte er sich während seines Studiums an der Ruhrakademie Schwerte, und seine großformatigen Bilder werden seit 2006 ausgestellt. Dass es Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Kunst gibt, zeigen seine „Vilisken“. Wer sein Atelier an der Düppeler Straße betritt, hat sie direkt vor Augen. Wie die Kombination aus „Video“ und „Obelisk“ sagt, handelt es sich um Objekte, in die Bildschirme eingebaut sind. Die Vilisken kann sich Eisenmann gut auf öffentlichen Plätzen vorstellen.

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