Letzte Hasspredigt in der Moschee Klophausstraße

Letzte Hasspredigt in der Moschee Klophausstraße

Das Haus soll nächste Woche geräumt werden.

Wuppertal. Das Treffen der Salafisten am Wochenende könnte das letzte sein an der Klophausstraße. Pierre Vogel und die andere Galionsfigur des Salafismus in Deutschland, Sven Lau, haben für Samstag und Sonntag in die dortige Moschee eingeladen. Die Teilnehmer sind aufgerufen, Kissen und Decken für die Übernachtung sowie Lebensmittel mitzubringen. In dem Seminar soll es laut Facebook-Aufruf um „die Gradlinigkeit der Religion“ gehen — und sehr wahrscheinlich auch um Agitation gegen die westliche Zivilisation, um den Kampf gegen die „Ungläubigen“. Die Polizei hat angekündigt, ein Auge auf das Treiben in dem ungastlich wirkenden Haus in Unterbarmen zu haben.

Das Wochenendseminar mit Vogel und Lau wird aller Voraussicht nach die letzte größere Zusammenkunft der Salafisten an der Klophausstraße sein. Die Stadtverwaltung soll schwere baurechtliche und Brandschutz-Mängel festgestellt und verfügt haben, dass diese Mängel bis zum 20. November beseitigt sein müssen. Dem Vernehmen nach geht es unter anderem um Feuerleitern. Geschehen ist bisher nichts. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass das Gebäude nach dem 20. November notfalls geräumt werden wird. „Wenn die Stadt das machen will, unterstützen wir sie“, sagt Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher.

Nicht nur dank Vogel und dessen salafistischen Freunden stellt sich die Wuppertaler Polizei auf ein schwieriges Wochenende ein. Neben den Ultraislamisten haben sich auch Ultrarechte in Wuppertal angesagt. Sie wollen an drei Stellen in der Stadt wieder einmal für ein „Nationales Jugendzentrum“ demonstrieren. Diesmal allerdings ohne Umzug.

Statt dessen rufen die ganz Rechten zur Teilnahme an einer Kundgebung der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) auf. Diese Demonstration soll in Hannover stattfinden, wird dort aber bisher nicht erlaubt. Die rechten Hooligans wollen nun beim Bundesverwaltungsgericht gegen dieses Verbot klagen. Als Ausweichstandort für die Demo soll Aachen im Gespräch sein.

Auf jeden Fall könnte Wuppertal wieder einmal ein größeres Rechtentreffen bevorstehen, wenn sich genügend Krawallmacher finden. Dagegen ruft die „Wuppertaler Initiative für Toleranz“ zur Demonstration auf. „Wuppertal ist eine weltoffene, bunte und tolerante Stadt. Wuppertal steht für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten und Religionen“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins.

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