Leinenpflicht: Auch im Wald gibt’s Knöllchen

Leinenpflicht: Auch im Wald gibt’s Knöllchen

Wer seinen Vierbeiner in ausgeschilderten Anleingebieten frei laufen lässt, muss mit Bußgeld rechnen - auch wenn es Wald ist.

Wuppertal. Wo darf der Hund frei laufen und wo muss er an die Leine? Das Regionalforstamt hat bei der Frage jetzt eine Regel genauer gefasst: In ausgeschilderten Anleingebieten gilt Leinenzwang, selbst wenn es sich um ein Waldgebiet handelt.

In den meisten Wäldern gilt weiterhin: Hunde im Einflussbereich des Halters dürfen grundsätzlich auf den Waldwegen ohne Leine laufen, müssen nur abseits der Waldwege angeleint werden. Im Naturschutzgebieten gehören die Hunde aber an die Leine.

Ganz frei laufen dürfen Dackel und Dobermann in Wuppertal in den fünf Hundeauslaufgebieten. Direkt neben diesen Auslaufgebieten liegen aber jeweils Bereiche, in denen die Hunde an die Leine müssen: Spiel- und Sportplätze, Rasenflächen und Ruhezonen. Entsprechend sind diese Bereiche ausgeschildert. Selbst wenn es sich hierbei um Waldflächen handelt, dürfen die Hunde hier nicht von der Leine gelassen werden.

Verstöße gegen diese Regel kann das Ordnungsamt ab 1. Januar in jedem Fall anzeigen. Bisher hatte es da eine rechtliche Unsicherheit gegeben, Hundebesitzer hatten darauf verwiesen, dass die Stadt für Wälder nicht zuständig ist.

Da greift jetzt die neue Verordnung des Regionalforstamts, das in diesen Bereichen ebenfalls Leinenzwang anordnet. Weil die Forstbeamten das kontrollieren können, hat es die Kontrolle auf das Ordnungsamt übertragen. Mitarbeiter des Ordnungsamts können daher bei Verstößen die Personalien der Hundebesitzer aufnehmen und sie ans Forstamt weitergeben, das dann wiederum ein Bußgeld verhängt.

„An den Gebieten ändert sich nichts!“, betont Stadtsprecher Markus Bien ausdrücklich. Die bestehenden Auslaufflächen in den Grünanlagen bleiben bestehen, ebenso die Gebiete, in denen die Hunde an die Leine müssen.

Insgesamt wünschen sich viele Hundebesitzer mehr Freilaufflächen in der Stadt. Valeska Linn-Breitbach, zweite Vorsitzende des Vereins Wuppertaler Hundefreunde, der Dachorganisation aller Wuppertaler Hundevereine, hat dafür Verständnis: „Es gibt ja auch älter Hundebesitzer, die nicht mehr so mobil sind und kein Auto haben.“ Manche kämen nur mit dem Bus bis zu einer Auslauffläche.

Sie plädiert für gegenseitige Rücksichtnahme: Spaziergänger, Radfahrer, Jogger und Hundebesitzer müssten zu ihrem Recht kommen. Aber da sei es eben auch hilfreich, wenn es für jede Gruppe auch mal eigene Freiräume gebe.