Lebensmittelkontrollen: Amt kommt nicht hinterher

Lebensmittelkontrollen: Amt kommt nicht hinterher

Veterinäramt gibt Personalnot als Grund an und will jetzt vermehrt auf Ausbildung setzen.

Bei den Lebensmittelkontrollen berichtet das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) von Lücken in der Überwachung. Nur 3700 Mal konnten die Kontrolleure in Solinger, Remscheider und Wuppertaler Betrieben turnusgemäß überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht, heißt es in dem Bericht für das Jahr 2016, der erst jetzt vorgelegt wurde. Dies waren 500 weniger als im Vorjahr und 400 weniger als vorgeschrieben.

Als Grund wird Personalmangel angeführt. Der Arbeitsrückstand wird im gesamten Amt auf 8600 Mitarbeiter-Stunden beziffert. Inzwischen seien die Kontroll-Rückstände zwar um 42 Prozent abgebaut, heißt es in dem Rechenschaftsbericht weiter. Dies sei aber nicht auf Neueinstellungen, sondern auf den engagierten Einsatz der Mitarbeiter zurückzuführen. Also nicht auf strukturelle Veränderungen in der Behörde. So habe man im vergangenen Jahr das Soll an Lebensmittelkontrollen aber zumindest wieder erfüllt.

Das BVLA mit Sitz in Solingen ist seit acht Jahren für amtliche Veterinärdienste und die Lebensmittelüberwachung im bergischen Städtedreieck mit 629 000 Einwohnern zuständig. Zusätzlich zu den 3700 planmäßigen Kontrollen erschienen die Kontrolleure des Amtes in 1800 Fällen außerplanmäßig - unter anderem aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung oder von anderen Behörden. Für die Lebensmittelüberwachung sind im Stellenplan des Amtes 17 Vollzeitmitarbeiter vorgesehen.

Die Sicherheit der Verbraucher sei zu jedem Zeitpunkt gesichert gewesen, beteuert der Solinger Rathaus-Sprecher Thomas Kraft. Es seien auch keine Erkrankungen gemeldet worden, die auf Mängel zurückzuführen waren, die vom BVLA zu kontrollieren seien.

Die offenen Stellen sind nach dem Bericht des Überwachungsamtes vor allem auf eine ungewöhnlich hohe Fluktuation in der Mitarbeiterschaft zurückzuführen. Die Wiederbesetzung der Stellen laufe zwar. Allerdings gebe es im Bereich der Lebensmittelüberwachung Probleme. Qualifizierte Lebensmittelkontrolleure seien auf dem Arbeitsmarkt sehr rar. Darum könnten einige Stellen auf absehbare Zeit nicht wiederbesetzt werden.

Kraft: „Da brauchen wir Geduld, um die Lücken Stück für Stück zu schließen.“ Um dem Problem Herr zu werden, hat das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt drei Ausbildungsstellen zum Lebensmittelkontrolleur eingerichtet. So soll der eigene Nachwuchs innerhalb von zwei Jahren herangezogen werden. Die drei Stellen seien im Laufe des Jahres 2017 besetzt worden. Darüber hinaus habe man zwei befristete in unbefristete Stellen umgewandelt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung