Lauschen, lachen, tanzen: So wird Wuppertals Kultur-Jahr

Lauschen, lachen, tanzen: So wird Wuppertals Kultur-Jahr

Konzerte, Kleinkunst und viel Theater: Die WZ präsentiert eine Auswahl der Wuppertaler Höhepunkte für 2012.

Wuppertal. Nein, auch 2012 wird in Wuppertal sicherlich nicht langweilig. Das steht bereits fest, obwohl das vor uns liegende Jahr noch lang ist. Ein paar Beispiele gefällig?

O.K., das große Stadion-Rock-Erlebnis mit 100.000 ekstatischen Zuschauern steht sicherlich anderswo auf dem Veranstaltungskalender. Aber dafür macht Wuppertal auch 2012 seinem Ruf als Kleinkunst-Hochburg alle Ehre. Schon allein die Namensliste der Künstler, die Martina Steimer mit ihrem Forum Maximum in die Stadt holt, kann sich sehen lassen. Ob Ingo Appelt (14. Januar) im Live Club Barmen oder Hagen Rether (26. Januar) in der Stadthalle, ob Wilfried Schmickler (11. Februar) oder Götz Alsmann (18. Februar), ob Volker Pispers (8. März) oder Lokalmatador Jörg Knör (29. April): Wer anspruchsvolle Unterhaltung sucht, hat eine große Auswahl.

Dass sich Wuppertal entgegen landläufiger Meinung gern zum Lachen bringen lässt, haben auch Atze Schröder und Dieter Nuhr längst bemerkt: Da ihre angestammten Auftritts-Termine in Wuppertal rasch ausgebucht waren, kommen sowohl Schröder (29\. Januar) als auch Nuhr (9\. März) für Zusatz-Vorstellungen in die Uni-Halle.

Doch nicht nur die überregionalen Wortkünstler sind einen Besuch wert: Warum nicht am 19\. Januar in die Börse zu Poetry-Slammer Patrick Salmen gehen? Der präsentiert sein neues Programm „Euphorie! Euphorie!“ Auch Nachwuchs-Kabarettist Michael Feindler kommt 2012 mit neuem Solo-Programm zurück in seine Heimat — und zwar im Herbst. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.

Am Anfang ist der Nachwuchs: Das erste große Konzert-Highlight gehört am 21\. Januar in der Uni-Halle dem Schülerrock-Festival 2012 mit mehr als 30 Bands aus der Region. In etwas kleinerem Rahmen, aber nicht minder lohnend dürfte im Live Club Barmen schon am 19\. Januar das Konzert der Rock-Veteranen von Wishbone Ash ausfallen.

Unter den vielen Programmpunkten unter der Ägide des Live Clubs sticht vor allem das Feuertal Festival heraus, das am 25. und 26. August erstmals zweitägig auf der Hardt stattfindet — natürlich mit großen Namen der Mittelalter- und Gothic-Szene wie Schandmaul, Feuerschwanz oder ASP. Blues-Fans wiederum kommen an Henrik Freischlader nicht vorbei, der am 28. und 29. September mit Band wieder in der Heimat — also im Live Club Barmen — vorbeischaut. Eher eher sanfte Töne sind am 1. März zu erwarten, wenn Schlager-Ikone Katja Ebstein im Barmer Bahnhof gastiert. Garantiert nicht sanft wird dagegen Liedermacher Hannes Wader am 15. März in der Immanuelskirche mit den politischen Zuständen ins Gericht gehen.

Wer es klassischer mag, ist bei den Sinfonikern bestens aufgehoben: Mit Pauken und Trompeten feiert das Orchester in der Spielzeit 2012/2013 seinen 150. Geburtstag. Auch Star-Solisten gehören zur Gratulantenschar — etwa Anne Queffélec, die bereits in der aktuellen Saison Kurs auf die Stadthalle nimmt. Die französische Pianistin möchte das Publikum beim 10. Sinfoniekonzert am 1. und 2. Juli verzaubern.

Viel Theater wird’s auch im neuen Jahr geben. Das ist schon jetzt klar. Während das Taltontheater im neuen Haus, der ersten eigenen Bühne, Premiere feiert („Der dressierte Mann“ ist ab dem 28. Januar an der Wiesenstraße zu finden), versprechen die Wuppertaler Bühnen eine Mischung aus beliebten Bühnen-Stoffen und neuen Theater-Themen: Was die „Endstation Sehnsucht“ ausmacht, zeigt sich ab dem 24. Februar im Opernhaus. Claudia Bauer setzt das Stück von Tennessee Williams in Barmen in Szene. Dort inszeniert Schauspiel-Intendant Christian von Treskow am 9. Juni auch die Komödie „Zur schönen Aussicht“. Im Kleinen Schauspielhaus spielt sich ebenfalls Entscheidendes ab. „Perplex“ könnten die Gäste am 21. April sein — so heißt zumindest Marius von Mayenburgs aktuelles Stück aus dem Jahr 2010.

Auch sie dürfte auf jeden Fall etwas zu erzählen haben: Die „Dschungelcamp“-gestählte Entertainerin Desirée Nick liest im Barmer Bahnhof aus ihrem Bestseller „Gibt es ein Leben nach fünfzig?“ zum Thema Älterwerden (22\. Januar). Gespannt sein darf man wiederum darauf, wie eine Comic-Lesung mit Ralf König aussieht. Der Kult-Zeichner („Der bewegte Mann“) präsentiert am 9\. Februar seine Werke. Wo? Ebenfalls dort, wo es 2012 sicherlich nicht langweilig werden wird: im Barmer Bahnhof.