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Langerfeldtrasse: Bahn plant erstmal mit verfülltem Tunnel

Stadtentwicklung : Trasse: Bahn plant mit verfülltem Tunnel

Verein Neue Ufer sieht Projekt Langerfeldtrasse gefährdet und kritisiert die Stadt. Die DB versucht zu beruhigen.

. Die Deutsche Bahn leitet in diesem Monat das Planfeststellungsverfahren für die Sanierung ihrer Strecke im Bereich Spitzenstraße/Rauental ein. Und aus Sicht des Vereins Neue Ufer ist das mit einer schlechten Nachricht verbunden: Denn die Bahn plant erstmal mit der Verfüllung der dritten Tunnelröhre. Also die Röhre, die der Verein um Dajana Meier eigentlich für die Langerfeldtrasse nutzen will. Während Meier damit ihr Projekt wieder in Frage gestellt sieht, versucht ein Sprecher der Bahn zu beschwichtigen. „Die Tür ist nicht zu.“ Auch die DB unterstütze die Idee der Langerfeldtrasse „und wird das auch weiterhin tun“.

Allerdings habe der Konzern langsam unter Zeitdruck gestanden und das Planverfahren einleiten müssen. „Die Zeit hat schon gedrängt.“ Da es um einen langwierigen Prozess geht, wie auch alle Beteiligten in der Vergangenheit immer wieder betont hatten, seien aber Umplanungen möglich, so der Sprecher. Auch die Stadt habe das ihr gegenüber bestätigt, sagt Meier. Allerdings: Die möglichen Kosten der Umplanung müsste dann Wuppertal tragen.

Bahn kann Umplanungskosten noch nicht nennen

Über mögliche Fristen und die Höhe wollte sich der Bahnsprecher nicht äußern. Meier hatte einmal von einer Summe von gut 100 000 Euro gesprochen, die in einem Gespräch zwischen Stadt, DB und Verein genannt worden seien. Das wollte der Sprecher nicht kommentieren. Eine genaue Aussage sei nicht möglich.

Dass es die Stadt aber überhaupt soweit kommen lasse, kann Meier nicht nachvollziehen. Doch die Wuppertaler Verwaltung hatte bereits deutlich gemacht: Das Risiko, die Tunnelröhre jetzt schon zu übernehmen und damit auch mögliche Unterhaltskosten, wolle sie nicht eingehen. Denn es stehe ja nicht fest, ob das Projekt Langerfeldtrasse überhaupt gefördert werde und wenn ja, mit welcher Quote. OB Andreas Mucke selbst will das Thema Förderung jetzt angehen.

Die Chancen stünden aber gut, das wüsste auch die Stadt, sagt Meier. Das Land habe bereits signalisiert, dass das Projekt „grundsätzlich förderwürdig sei“. Die an der Strecke liegenden Firmen 3M, Erfurt und Vorwerk hätten ihre Bereitschaft erklärt, den Bau zu unterstützen. Und die Bahn habe zudem ein „super Angebot“ gemacht. Sie stelle den Abraum ihrer Arbeiten für die notwendige Rampe und den Radweg als Baustraße zur Verfügung, verschwenke zudem die Gleise, damit für den Radweg mehr Platz bliebe. „Das bedeutet, dass wir in fünf Jahren zum Baubeginn unserer Trasse bereits einen Radweg im Rohbau vorgefunden hätten“, sagt Meier. Das Geschenk wolle die Stadt aber nicht annehmen, immer mit dem Verweis auf das Risiko.

Sie wollte deshalb von der Verwaltung wissen, was denn für den Tunnel Tesche an Unterhaltskosten bislang angefallen seien. Das Bauwerk im Wuppertaler Westen sei ebenfalls ein „Tunnel ohne Trasse“. Ob er mit dem Tunnel in Langerfeld überhaupt vergleichbar sei, dazu wollte sich die Stadt aber auch nicht gegenüber der WZ äußern.