Langerfeld: Noch ist der Bunker bedrückend

Langerfeld: Noch ist der Bunker bedrückend

Tour von Bezirksvertretung und Bürgerverein durch den Bunker, der bald Wohnraum wird.

Wuppertal. Kahle Betonwände erstrecken sich im Licht der Taschenlampen, die die langen Gänge und schmalen Räume nur notdürftig erhellen. Dahinter herrscht Finsternis. Vorsichtig schieben sich die Besucher in kleinen Gruppen Etage für Etage weiter nach oben - vorbei an rostigen Treppengeländern, alten Waschbecken und jeder Menge Spinnweben. Ein mulmiges Gefühl macht sich unter den Besuchern breit. Der Ortstermin der Langerfelder Bezirksvertretung zusammen mit dem Bürgerverein zur Besichtigung des Hochbunkers macht allen Anwesenden vor allem eines deutlich: Hier muss in den nächsten Monaten viel passieren, wenn hier wieder Menschen wohnen sollen. Wieder, weil der Bunker nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal vielen Familien als Unterkunft diente, als Wohnungen noch knapp waren. Nun sollen in diesem fensterlosen Stahlbeton-Klotz nach Plänen der Treuhand Immobilien AG, die den Bunker im Dezember gekauft hat, frühestens zum Ende dieses Jahres insgesamt 14 Wohnungen für Senioren entstehen (die WZ berichtete). "Ich könnte mir schon vorstellen, dass das funktioniert", ist Margret Hahn, Vorsitzende des Langerfelder Bürgervereins, zuversichtlich. "Immerhin haben wir ja schon ein ähnliches Beispiel in Wuppertal", spielt sie auf den sanierten Bunker nahe dem Bethesda-Krankenhaus in Elberfeld an, in dem sich mittlerweile Wohnungen befinden. Im Moment aber möchte sie am liebsten eines: schnell wieder hinaus. "Es versetzt mich wirklich in Angst und Schrecken, wenn ich mir vorstelle, wie die Menschen hier früher Schutz suchen mussten. Das ist ein sehr beklemmendes Gefühl", sagt sie. Lange hat sie gebraucht, um eine Genehmigung für eine Besichtigung zu bekommen. Nun hat sie vorerst genug. Auf dem Weg ans Tageslicht kommen die Besucher vorbei an herabhängenden Kabeln und veralteten Waschräumen - der Weg zurück aus dem 25 Meter hohen Koloss ist lang. Noch verschließen zwei schwere Holztüren, gesichert mit einer dicken Stahlkette, den Eingang. Ein Schild weist die Besucher darauf hin, dass das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt. Bis hier bezugsfertige Wohnungen entstehen, muss viel passieren: Kabel und Leitungen müssen komplett neu verlegt, 95 Prozent der Innenwände und 60 Prozent der Fassade sollen entfernt werden. Auf die Treuhand Immobilien AG wartet viel Arbeit.