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Landtagswahl: Wuppertaler Grüne schöpfen aus dem Vollen

Politik : Landtagswahl: Grüne schöpfen aus dem Vollen

Für Wuppertal kann sich im Mai einiges ändern

Die Dinge geraten in Bewegung. Alles spricht dafür, dass Wuppertal im nächsten Landtag deutlich stärker vertreten sein wird. Das liegt in erster Linie an den Grünen. Wahlforscher gehen davon aus, dass die Partei ihr Ergebnis der Landtagswahl 2017 deutlich verbessern kann. Damals waren die Grünen nicht zuletzt wegen ihrer Bildungspolitik in NRW abgestraft worden. Nun sind die Karten neu gemischt. Deshalb erwarten die Mitglieder des Kreisverbandes Wuppertal das Ergebnis ihrer Kandidatenkür am Dienstagabend mit Spannung.

Denn neben Marc Schulz, dem politischen Koordinator von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, werfen auch andere Schwergewichte der Partei ihre Hüte in den Ring. Es gilt, die Wahlkreise Wuppertal -Ost und Wuppertal-West, so zu besetzen, dass dort Direktmandate möglich sind. Die Chancen bestehen, die Umfragewerte sprechen dafür, und auch Momentaufnahmen von Wahlforschern sehen grüne Kandidaten in Wuppertal in der Erfolgsspur.

Neben Marc Schulz haben zwei Frauen ihr Interesse bekundet

Eine Kandidatur ist umso aussichtsreicher, je besser das Personal ist, das sich um Mandate bewirbt. Womöglich auch deshalb können die Mitglieder der Grünen am Dienstagabend aus dem Vollen schöpfen. Denn neben Marc Schulz (Wahlkreis Wuppertal-West) haben zwei namhafte Frauen ihr Interesse bekundet.

Da wäre zum einen die Unternehmerin und Wirtschaftsmathematikerin Yasemin Sahin. Die Trägerin des Wirtschaftspreises der Stadt Wuppertal leitet erfolgreich eine Nachhilfeschule und hat sich für ihre politische Arbeit die Verbindung von Ökologie und Ökonomie auf die Agenda geschrieben. Sie tritt für eine bessere Gründer-Förderung und für Bildungsgerechtigkeit ein.

Ihr Widerpart im Werben um die Kandidatur im Wahlkreis Wuppertal-Ost ist Claudia Schmidt. Die langjährige Vorsitzende des Kreisverbandes und aktuelle Kommunalpolitikerin in der Bezirksvertretung Ronsdorf gilt als arrivierte Politikerin, die das Geschäft kennt und auch politische Widerstände verkraftet. Das hat sie zuletzt zeigen müssen, als sie für den Erhalt der Kleinen Höhe stritt und damit ihren Beitrag dazu leistete, dass die einst dort geplante forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter nun aller Voraussicht nach in Ronsdorf gebaut wird.

Für Wuppertal kann sich mit der Landtagswahl im nächsten Mai einiges ändern. Derzeit wird die Stadt im Land von den SPD-Abgeordneten Andreas Bialas, Josef Neumann (Solingen-Wuppertal) und Dietmar Bell vertreten. Für die FDP sitzt der Kreisvorsitzende Marcel Hafke im Landtag.

Wuppertals CDU hat dort keinen Abgeordneten mehr. Das will Rainer Spiecker ändern, der bereits im Landesparlament saß und nun seine Rückkehr plant. Weitere Kandidaten der CDU stehen noch ebenso wenig fest wie die der SPD. Dort will Andreas Bialas den Wahlkreis wechseln und damit Dietmar Bell beerben. Der Bildungspolitiker und ehemalige Wuppertaler SPD-Chef bewirbt sich im Osten Wuppertals nicht mehr um ein Mandat. Ob Bialas, der auch Bezirksbürgermeister von Langerfeld ist, überhaupt wieder Direktkandidat wird, müssen die Mitglieder noch entscheiden. Denn in Jakob Steffen hat Bialas einen in der Partei sehr gut vernetzten Gegenkandidaten.

Das gilt auch für die stellvertretende Parteivorsitzende Sabine Schmidt. Sie bewirbt sich im Wuppertaler Westen um die Direktkandidatur - und hat dort eine namhafte Mitbewerberin. Dilek Engin, Ratsfrau und Lehrerin an der Gesamtschule Else Lasker Schüler, will ebenfalls in den Düsseldorfer Landtag.

Gut zehn Monate vor der Wahl am 15. Mai nächsten Jahres sind in den Parteien noch einige Fragen offen. Nach dem Stand der Dinge ist aber abzusehen, dass Wuppertal in der nächsten Legislaturperiode nach Mandatsträgern stärker vertreten sein wird.