Laienspielgruppe Katernberg probt für „Schlüssel für Zwei“

Wuppertal : Verwirrspiel mit britischem Humor

Die Laienspielgruppe Katernberg steckt mitten in den Vorbereitungen. Premiere im März.

Harriet weiß, wie es geht. Sie finanziert ihren angenehmen Lebensstil gleich durch zwei Liebhaber. Ein ausgeklügeltes Timing sorgt dafür, dass beide voneinander nichts wissen und sich für den alleinigen Gönner halten. Auch die jeweiligen Ehefrauen sind natürlich völlig ahnungslos. Doch eine Komödie würde nicht funktionieren, wenn nicht Unvorhergesehenes passieren würde. So auch beim „Schlüssel für Zwei“, dem diesjährigen Stück der Laienspielgruppe Katernberg. Freundin Anne kommt aus Neuseeland zu Besuch, in der Küche passiert ein Unfall und alles gerät aus den Fugen.

Hinter dem eher unscheinbaren Titel verbirgt sich ein turbulentes Spektakel, gepaart mit bissigem englischen Humor und aberwitzigen Dialogen. Das Stück stammt aus der Feder von John Chapman und Dave Freeman. Chapman, 2001 im Alter von 74 Jahren verstorben, gehörte zu den erfolgreichsten britischen Theaterautoren der letzten 50 Jahre. Freeman, Journalist und Schriftsteller, schrieb mit dem Stück seine zweite große Komödie.

„Vor ein paar Jahren haben wir einen Genrewechsel vollzogen“ erzählt Jürgen Tschuschke. „In den Anfangszeiten standen eher Schwänke à la Millowitsch auf dem Programm. Inzwischen spielen wir gerne die englischen Komödien mit ihrem speziellen Humor.“

Seit 1991 gibt es jedes Jahr
eine Aufführung

Tschuschke ist, mit kleinen Unterbrechungen, seit 20 Jahren bei der „Laika“ dabei und somit im jetzigen Ensemble der Dienstälteste. 1991 gründete seine Schwester Anne Freund, zusammen mit Erich Pannier, die Theatertruppe und seither gibt es jedes Jahr eine Aufführung. Gut ein Dutzend Theaterbegeisterte sind momentan dabei. Im jetzigen Stück stehen sieben auf der Bühne. „Gemeinsam wird im Sommer ausgesucht, was aufgeführt wird, auch je nachdem wer spielt“ erzählt Sabine Klein. Die Sommerferien können zum Rollenlernen genutzt werden und dann wird es ernst.

Momentan wird einmal in der Woche auszugsweise geprobt, ab der kommenden Woche dann das ganze Stück. Zur Verfügung steht schon die komplett ausgestattete Bühne. Dafür sorgen immer wieder tatkräftige Hände. Zwei von ihnen gehören Bodo Kaiser. Seit rund drei Jahren ist er, zusammen mit bis zu sechs Kollegen, für den Bühnenaufbau zuständig. „ Wir überlegen uns ein geeignetes Bühnenbild und erstellen zunächst ein maßgetreues Modell“, erzählt er.

Im Januar beginnt der konkrete Bühnenaufbau. „Wir sind im Schnitt vier Tage in der Woche für drei bis vier Stunden beschäftigt“ erzählt er. Alle sind im Rentenalter. „Anders würde es nicht gehen, das ist schon sehr zeitintensiv“ ergänzt Klein. Liebevoll bis ins kleinste Detail ausgestattet ist die Bühne, selbstgemalte Bilder an der Wand, selbstgezimmerte kleine Schränke an den Wänden. Von überall her kommen die passenden Requisiten. Zur Aufbewahrung gibt es im Katernberger Vereinshaus einen Lagerraum. „Im Grunde lagert alles, wie bei Tetris, in einer großen Duschtasse“ erklärt schmunzelnd Matthias Rausch „Wir wundern uns immer, wie die ganzen Utensilien da reinpassen. Aber wir haben vieles nummeriert, denn die meterlangen Bretter für den Unterbau werden jedes Jahr wieder gebraucht“ ergänzt Kaiser.

Dieses mal gibt es zwei Zimmer auf der Bühne

„Zum ersten Mal haben wir zwei Zimmer auf der Bühne“ erzählt Klein. Einblicke in Wohnzimmer und Schlafzimmer werden gewährt, dazwischen eine imaginäre Wand. „Das ist für den Ablauf des Stückes wichtig, denn die Zuschauer müssen ja sehen können, was in den jeweiligen Räumen passiert“ so Rausch. Er hat, verletzt und nicht allein, im großen, raumfüllenden Bett, seinen Auftritt, genaueres bei der Aufführung.

Wer Interesse und Geschick an handwerklichen Tätigkeiten hat, kann sich gerne bei der Theatertruppe melden, die Bühnenbauer freuen sich über jede Unterstützung.

Auch eine neue Souffleuse wird gesucht, denn die aktuelle, Christa Pohl, denkt im Moment darüber nach, in den Ruhestand zu gehen.

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