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Lärm an der A 46 in Wuppertal: Anwohner hoffen auf neue Regierung und Gesetze

Bürgertaskforce von Helge Lindh : Lärm an der A 46 in Wuppertal: Anwohner hoffen auf neue Regierung und Gesetze

Die Bürgertaskforce des Bundestagsabgeordneten Helge Lindh kümmert sich um Lärmschutz an der A 46. Jetzt hoffen die Anwohner auf Neuerungen mit der Ampelkoalition. Auch die L 419 ist Thema.

„Wenn der Wind ungünstig steht und die Straße nass ist, sitzt man im Garten und versteht sein eigenes Wort nicht mehr“, sagt Wolfgang Fink zur Situation am Boltenberg. Der Lärm, dem er und andere täglich ausgesetzt sind, kommt von der Autobahn, und betrifft nicht nur das Umfeld des Sonnborner Kreuzes. Die A 46 führt quer durch Wuppertal, hinzu kommen Landesstraßen.

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (SPD) hat eine Bürgertaskforce A 46 eingerichtet, eine Arbeitsgruppe, die sich austauscht und politisch einen besseren Lärmschutz erreichen möchte. „Auf Basis der neuen Bundesregierung und des Koalitionsvertrages verändern sich für uns die Bedingungen, hoffentlich zum Positiven“, sagte Lindh beim digitalen Treffen am Donnerstagabend. Da müsse man den Fuß in die Tür bekommen. Im Vertrag der Ampelkoalition steht: „Wir wollen Lärmbelastungen durch den Verkehr reduzieren, setzen uns für eine Reduzierung von mutwilligem Lärm ein und sorgen für mehr aktiven und passiven Lärmschutz. Um zu angemessenen Lärmschutzmaßnahmen zu kommen, werden wir die gesamte Lärmsituation berücksichtigen.“ Konkrete Zusagen von zuständigen Politikern habe es vorher kaum gegeben, auch Einladungen zu Ortsterminen seien oft nicht angenommen worden, sagt Lindh. Jetzt habe der Vorsitzende des Bundesverkehrsausschusses, Udo Schiefner (SPD), einen Ortstermin zugesagt. Eine Einladung an Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sei ausgesprochen, im Anschluss an das Treffen wolle Lindh auch eine an die NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) schicken.

Die Teilnehmer der Bürgertaskforce betonen, dass ihnen der Blick auf die Gesamtsituation wichtig ist, und kommen immer wieder auf das Thema des Ausbaus der L 419 in Ronsdorf und den Anschluss an die A 1. Jürgen Wernecke, Mitglied der Bürgerinitiative „Keine Autobahn durch Ronsdorf“, rechnet jederzeit mit einem Planfeststellungsbeschluss. Danach seien vier Wochen Zeit, eine Klage einzureichen, es fehle ein Klageführer. „Es bleibt nur wenig Zeit, das noch zu verhindern.“ Armin Brost fürchet, dass breitere Straßen noch mehr Autos anziehen. „Jeder kennt die Paradoxa. So werden wir das in Wuppertal auch erleben.“ Helge Lindh sagt zum Thema L 419, er unterstütze den Blick auf die Gesamtsituation, wolle sich als Bundestagsabgeordneter jedoch nicht unlegitimiert in die Angelegenheiten der Politiker auf Landesebene einmischen.

Bei der A 46 macht Inge Grau sich Sorgen um den Zustand der Brücken, zum Beispiel über die Uellendahler Straße. „Das ist ein riesiges Problem, nicht nur für die Autobahn, sondern für die gesamte Stadt.“ Klaus Schilling hat die Lautstärke über ein Jahr selbst gemessen und ist enttäuscht vom Lärmaktionsplan. Und Udo Hindrichs hofft, dass es bald konkrete Gespräche über geplante Arbeiten am Sonnborner Kreuz gibt.