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Lady Windermeres Fächer sorgt für Trouble

Lady Windermeres Fächer sorgt für Trouble

Die Schüler des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums zeigen Oscar Wilde.

Wuppertal. Die neue Aula des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums ist rappelvoll. Ein ganzes Jahr haben die Schüler der Theater-AG geprobt, verändert, verworfen und neu geschrieben. Vergangenen Dienstag ging dann endlich die Premiere der Komödie "Lady Windermere’s Fächer" von Oscar Wilde mit viel Jubel und Applaus über die Bühne.

Lehrer, AG-Leiter und Regisseur Jörg Pletziger ist großer Oscar-Wilde-Fan und hat das Stück gewählt, weil es an "Aktualität nichts verloren hat". Es handelt von den Zwängen und Anstandskonventionen der Londoner Aristokratie des 19. Jahrhunderts, die sich durch notorische Langeweile und Klatschlust auszeichnet.

Ein junges Ehepaar der gehobenen Gesellschaft, eine Dame mit zweifelhaftem Ruf und deren Verehrer verstricken sich in Missverständnisse und Notlügen, bei denen der jungen und anständigen Lady Windermere ein Fächer beinahe zum Verhängnis wird.

Glaubwürdig und hoch amüsant versetzen sich die Schüler der Jahrgangsstufe zehn bis 13 mit ausladenden Bewegungen, koketten Gesten und affektiertem Fächerwedeln in die Rolle einer überhebliche Herzogin von Berwick (Jennifer von Kluyoe), einer moralischen Lady Windermere (Benita Flohr) oder einem charmanten aber unloyalen Lord Darlington (Christian Bierkamp).

Die Theatertruppe hat sich einiges einfallen lassen. "Wir mussten alles selbst organisieren, Kostüme und auch das Bühnenbild", erklärt Pletziger, dessen gesamte Privatgarderobe auf der Bühne wieder zu finden war.

Kleine Seitenhiebe auch auf den heutigen Lebensstil sind nicht zu übersehen: Einkaufstaschen mit Logos allzu bekannter Marken wie Prada, Porsche und Rolex verweisen auf die Dekadenz nicht nur der heutigen Yuppieszene - das Stück beginnt mit einer treffenden Musikeinlage: "There are a million ways to be cool".

Lustige Ideen wie der lasziv-ironische Auftritt von Mrs. Erlynne, die mit einem musikalischen Marlene-Dietrich-Klassiker aufwartet, haben Zuschauerin Ulrike Rheinberger besonders gefallen. "Das macht aus dem Wilde-Stück etwas ganz Eigenes", stellt sie begeistert fest.

Der AG-Leiter ist mächtig stolz auf sein Team. Drei Jahre lang hat es keine Theater-AG mehr am Gymnasium auf dem Grifflenberg gegeben. "Die Schüler hatten wenig Vorkenntnisse", erinnert er sich. Zunächst mit Atem-Übungen und Bewegungstraining angefangen, kann sich das Resultat blicken lassen. Für die heutige Vorstellung sind noch Karten an der Abendkasse erhältlich, Beginn ist um 19.30 Uhr.