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Ladenkirche in Wuppertal-Vohwinkel zieht positive Spendenbilanz

Engagement : Ladenkirche zieht positive Spendenbilanz

10 000 Euro konnte die Einrichtung über die Plattform Gut für Wuppertal generieren. Das Geld fließt in die Jugendarbeit.

Es ist ein kleiner Verein, der im Stadtteil nach wie vor viel bewegt. Die Mitglieder und Unterstützer der Vohwinkeler Ladenkirche sorgen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für den Erhalt des Jugend- und Begegnungszentrums an der Waldkampfbahn (Jub’s). Die traditionsreiche Einrichtung ist der zentrale Treffpunkt im Quartier. Durch Kürzungen in der Jugendarbeit war sie allerdings schon mehrfach von der Schließung bedroht. Alleiniger Träger ist mittlerweile die Diakonie Wuppertal.

Die Stadt stellt das Geld für eine halbe Stelle bereit. Damit allein wäre der Weiterbetrieb des Hauses allerdings nicht möglich. Die finanzielle Lücke wird von der Ladenkirche geschlossen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Angeboten für Erwachsene. Zum Programm gehören unter anderem Englischkurse und Veranstaltungen wie die Pflanzentauschbörse und der Adventsbasar. Seine Einnahmen stellt der Verein für die Kinder- und Jugendarbeit im Jub’s zur Verfügung. Die Ladenkirche bemüht sich außerdem um Spenden. Mit Hilfe der von der WZ unterstützten Plattform „Gut für Wuppertal“ fällt die Bilanz für 2019 besonders erfreulich aus.

„Wir konnten insgesamt 10 000 Euro für das Jub’s aufbringen“, berichtet Karl-Heinz Konnertz vom Vorstand. Das sei der mit Abstand höchste Beitrag der vergangenen Jahre. Grund für das positive Ergebnis sei auch die gemeinnützige Plattform. „Wir möchten uns sehr herzlich bei allen Spendern bedanken“, so Konnertz. Dazu gehört etwa der Lions Club Wuppertal Mitte. Das eingenommene Geld soll weiterhin für die Hausaufgabenbetreuung von Grundschülern verwendet werden.

Im sozial nicht unproblematischen Quartier mit überdurchschnittlich vielen einkommensschwachen Familien ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen hoch. „Die jungen Menschen brauchen eine Anlaufstelle, sonst gibt es hier im Vohwinkeler Feld kaum Möglichkeiten“, sagt Ladenkirche-Vorsitzende Elvira Richter. Das Jub’s trage entscheidend zum sozialen Frieden bei. So sieht es auch Christian Heuer von der Diakonie. Er ist als einziger hauptamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung dringend auf die ehrenamtlichen Helfer angewiesen. „Ohne diesen Einsatz gäbe es das Haus schon lange nicht mehr“, betont Heuer. Neben der Hausaufgabenbetreuung werden im Jub’s ein offenes Spielangebot, eine berufliche Beratung durch einen Job-Coach und verschiedene Kunstaktionen angeboten. Außerdem setzt die Diakonie auf das Prinzip der Selbstorganisation.

Für viele Vereine und Gruppen ist das Jub’s mittlerweile eine Art Wohnzimmer im Quartier geworden. Die räumlichen Bedingungen sind ideal. Die Einrichtung verfügt auf knapp 400 Quadratmetern Fläche über einen Mehrzweckraum, einen großen Zentrumsbereich mit Küche und zwei Kinderräume. In Abstimmung mit der Ladenkirche kann optional ein weiterer Raum mit einer integrierten Küchenzeile für die Angebote mitgenutzt werden. Außerdem ist an das Gebäude ein Bistro angeschlossen.

Doch es sind die Menschen und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die das Jub’s mit Leben füllen. Für sie wurde gerade ein Dankeschön-Essen in der Einrichtung organisiert. „Dass sich die Helfer hier im Quartier so stark engagieren, verdient höchsten Respekt und ist alles andere als selbstverständlich“, stellt Christian Heuer klar. Das hat in Vohwinkel eine lange Tradition. Schon vor mehr als 25 Jahren betrieb die Ladenkirche an der Gruitener Straße ein kleines Ladenlokal. Dieses platzte aber bald aus allen Nähten. Auf Drängen des Vereins wurde in Zusammenarbeit mit Diakonie, Stadt Kirchengemeinde und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) schließlich der Bau des Jub’s möglich.