Lack auf der Trasse: Wuppertaler haben das Wort

Lack auf der Trasse: Wuppertaler haben das Wort

Die Wuppertal Bewegung will Samstag und Sonntag die zukünftigen Trassennutzer fragen.

Wuppertal. Wie wird die fertige Nordbahntrasse gestaltet? Welche Farbe sollen die Lichtmasten erhalten? Wie werden Bänke, Wegweiser, Mülleimer und andere gestalterische Elemente gestrichen? Um diese Frage wird seit Monaten erbittert hinter den Kulissen diskutiert.

Während die Stadt dem Vernehmen nach einen rostfarbenen und antik wirkenden Lack bevorzugt, plädiert die Wuppertal Bewegung für den Originallack „Eisenglimmergrün“ für alle historischen Elemente und die Farbe Anthrazit für Lampenmasten und andere Möblierungselemente. Wiederum andere Elemente sollen demnach mit einem frischen Grün gestrichen werden.

Ganz in der Tradition anderer Diskussionspunkte sind Stadt und Wuppertal Bewegung von einer Einigung weit entfernt. Vor einigen Wochen hat sich sogar der Gestaltungsbeirat mit dem Thema beschäftigt und eine Entscheidung gefällt. Leider tagt der Beirat nicht öffentlich, weswegen eigentlich auch keiner weiß, was entschieden wurde. Aufgrund einer Indiskretion wurde dann doch bekannt: Der Gestaltungsbeirat hätte gerne den Rostlack.

So schnell gibt sich die Wuppertal Bewegung jedoch nicht geschlagen, zumal keiner ihrer Vertreter während der Sitzung des Gestaltungsbeirats vortragen durfte.

Nun sollen — so will es zumindest die Wuppertal Bewegung — die Menschen über die Farben entscheiden, die die Trasse später einmal nutzen wollen. Aus diesem Grund wurden vier Lampenmasten östlich des Bahnhofs Loh aufgestellt und in den zur Auswahl stehenden Farben gestrichen.

Am Samstag und am Sonntag , jeweils von 10 bis 17 Uhr, haben Wuppertaler die Möglichkeit, sich die Masten anzuschauen und ihre Meinung zu äußern. Die Mitglieder der Wuppertal Bewegung wollen die Trassennutzer fragen und erhoffen sich so ein glasklares Bürgervotum zum leidigen Thema Trassenlack.

Die Zeit für eine Entscheidung drängt, denn der Trassenbau zwischen Mirke und Ottenbruch schreitet weiter voran. An verschiedenen Streckenabschnitten wurde bereits mit dem Bau der Lampenfundamente begonnen.

Der Rostlack wird von einem Vohwinkeler gesponsert, ist aber laut Carsten Gerhardt nicht günstiger: „Das ist nur eine weitere Farbschicht. Die muss auf anderen Lack aufgetragen werden.“

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