Kurs21: Wie man fiktiven Kunden Spitzenprodukte verkauft

Kurs21: Wie man fiktiven Kunden Spitzenprodukte verkauft

Partnerschaften zwischen Schulen und Firmen ermöglichen Schülern Einblick in die Arbeitswelt.

Wuppertal. Ein Tag im Unternehmen kann spannend und amüsant, aber auch ziemlich langweilig sein. Es liegt in der Hand der Teilnehmer - und die hatten beim Schulwettbewerb von Kurs21 offenkundig Spaß. Entsprechend kurzweilig waren am Dienstag im Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium die Präsentationen, die 13 Schülergruppen im Anschluss an ihren Tag im Unternehmen erarbeitet hatten.

Zwischen dem 2. und 6. November hatten sie im Rahmen von Kurs21, einer Partnerschaft zwischen Schulen und Unternehmen, die Möglichkeit zum Besuch eines Wuppertaler Betriebes. Dort wurde ihnen die Aufgabe gestellt, ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen organisatorischen Prozess des Hauses kennen zu lernen, um in den folgenden drei Wochen eine Präsentation darüber zu erstellen.

Einfach mal schauen, wie die Leute in den Unternehmen drauf sind - auch das ist Anliegen von Kurs21. Bei Johnson&Johnson herrschte offenbar gute Laune, als Aufgaben rund um den Verkaufsschlager des Hauses gestellt wurden: den o.b.-Tampon. Der sei, erklärten Schülerinnen vom Carl-Duisberg-Gymnasium im Wettbewerbs-Stress, "von einem Mann und seiner Frauenärztin entwickelt worden". Kabarettist Fritz Eckenga würde kommentieren: "Da kannse jetz inne nächsten Halbzeitpause mal ne Viertelstunde drüber nachdenken."

Neben unfreiwilliger Komik gab es die gewollten Kracher. So hatte die Gruppe von der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule bei Boos textile elastics ihren Spaß an Gummibändern und schickte zur Demonstration einen Jungen mit BH auf die Bühne - um einfach mal zu zeigen, wo der Mann Gummi geben darf.

Deutlich besser als beim ersten Schulwettbewerb 2008 seien die Präsentationen gewesen. Mit diesem Gesamturteil schritt die Jury zur Preisverleihung. Zehn Schülerteams erhielten USB-Sticks als Trostpreise für ihren guten Einsatz. Zu den drei Siegergruppen bestand dann aber doch erheblicher Punkteabstand.

Den dritten Preis (je drei Kinofreikarten) erhielten Schüler der Friedrich-Bayer-Realschule, die beim Wupperverband Eindrücke gesammelt hatten. Je sechs Freikarten gingen an die Zweitplatzierten vom Carl-Duisberg-Gymnasium (CDG) nach Erkundung der Bayer Gastronomie.

Beim Wuppertal Institut war das Siegerteam, ebenfalls vom CDG, das nun einen Monat lang tagtäglich das Cinemaxx besuchen darf. Das Erfolgsrezept sei wohl der Mix verschiedener Präsentationsformen gewesen, meint Nancy Elabbas. Ihr Wunschfilm für den ersten Kinobesuch: "New Moon".

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