Kunst- und Museumsverein hat jetzt 2000 Mitglieder

Kunst- und Museumsverein hat jetzt 2000 Mitglieder

Gerhard Finckh freut sich über die runde Zahl — gerade in Zeiten, in denen die öffentlichen Mittel nicht reichen, seien private Förderer umso wichtiger.

Eine schöne, runde Zahl hat der Wuppertaler Kunst- und Museumsverein (KMV) jetzt vollgemacht. Lydia Seidel, dem 2000. Mitglied, überreichten Museumsdirektor Gerhard Finckh und Christiane Schlieper vom KMV einen Blumenstrauß und den Katalog zur aktuellen Manet-Ausstellung.

Für Kunstgängerin Seidel ist das Von der Heydt-Museum ein „Highlight“. „Die Idee, Vereinsmitglied zu werden, war schon lange da“, sagt die Wuppertalerin, „weil ich so ein tolles Museumsprogramm gern unterstützen möchte.“ Großer Fan ist auch ihr Mann, der direkt mit ihr eintrat.

Freier Eintritt zu allen Ausstellungen im Von der Heydt-Museum und in der Kunsthalle Barmen, kostenlose Mitgliedskarten für Kinder und Enkel unter 18 Jahren, reduzierte Tarife bei Kunstexkursionen und -reisen - das Neu-Mitglied sieht viele Vorteile. „So kann man schön mit der Enkelin in eine Ausstellung gehen“, freut sich Seidel.

Gehört hat Seidel auch von den KMV-Ehrenamtlern. Dass Vereinsmitglieder den Shop des Von der Heydt-Museums betreiben, ist bekannt. Andere sind Ansprechpartner für Besucher oder verstärken bei Veranstaltungen das Mitarbeiterteam. „Ehrenamtlich tätig werden ist mein Plan, wenn ich nächstes Jahr in Rente gehe“, kündigt sie an.

Als einfaches Mitglied zahlt Lydia Seidel im Jahr 65 Euro. Um einiges günstiger sind Jugendliche und Studenten bis 27 Jahre dabei. Wer dem Verein stärker unter die Arme greifen möchte, kann eine Fördermitgliedschaft beantragen. Den höchsten Jahrestarif zahlen Unternehmen. Zu dieser Fördermitgliedschaft gehört, dass Mitarbeiter der jeweiligen Firma die beiden Museen kostenlos besuchen können. Der KMV setzt sogar auf Mitzieheffekte. „Wenn man ein neues Mitglied wirbt“, erklärt Christiane Schlieper, „bekommt man einen Gutschein für den Museumsshop in Höhe von 15 Euro.“

Gerhard Finckh, Direktor des Von der Heydt-Museums, sieht in jedem neuen Mitglied ein positives Signal

2000 Mitglieder — damit, sagt Marion Meyer vom Von der Heydt-Museum, sei der KMV bundesweit „unter den ersten zehn“. Nur die Kunstvereine in Großstädten wie Hamburg und Bremen hätten höhere Mitgliederzahlen.

Für Gerhard Finckh ist jedes neue Mitglied ein positives Signal. „Denn so wächst auch der Kreis der Unterstützer des Museums“, betont er. „Gerade in Zeiten, in denen die öffentlichen Mittel längst nicht mehr ausreichen, kommt den privaten Mäzenen eine immer größere Bedeutung zu.“

Kunstförderung durch bürgerschaftliches Engagement hat im Tal eine lange Tradition. 1866 wurde der Barmer Kunstverein gegründet, 1892 der Elberfelder Museumsverein. Aus dem Zusammenschluss der beiden Vereine entstand 1946 der KMV. Seitdem versteht sich Verein als Förderer des Von der Heydt-Museums und der Kunsthalle Barmen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Erwerb von bedeutenden Kunstwerken, die als Dauerleihgabe die Museumssammlung bereichern.

Seit einem Jahrzehnt richtet der Verein die Veranstaltung „Kunsthochdrei“ aus, die bildende Kunst, Literatur und Musik verbindet. Als Vorgabe dient jeweils die aktuelle Ausstellung im Von der Heydt-Museum oder ein ausgewähltes Bild der Sammlung.

Außerdem wird Wert gelegt auf die Pflege und den Ausbau des Programms für Familien, Kinder und Jugendliche. Die finanzielle Förderung kommt den Museumspädagogen zugute, damit sie ansprechende Führungen und begleitende Lernmaterialien entwickeln können.

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