„Kulturteppich wertet Barmen auf“

„Kulturteppich wertet Barmen auf“

Die Pläne zur Umgestaltung des Werths stoßen am WZ-Mobil auf Zustimmung. Hinsichtlich der Pflasterung gibt es geteilte Meinungen.

Barmen. 2020 soll es soweit sein: Nach den Vorstellungen der Stadt sollen die Wuppertaler bei ihrem Weg über den Kulturteppich am Werth inspiriert und angeregt werden — eine Neugestaltung für Jung und Alt. Die Pläne für das Projekt „Kulturteppich Barmen — Bühne frei für den Werth“ hatte sich in einem städtebaulichen Wettbewerb durchgesetzt. Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem digitalen Einkauf waren die formulierten Ziele. Die Planungsbüros Greenbox Landschaftsarchitekten aus Köln, Reicher Haase Assoziierte aus Dortmund und Licht Kunst Licht aus Bonn machten das Rennen, wobei es ihnen darum ging, den öffentlichen Raum in Szene zu setzen.

Am WZ-Mobil äußerte sich Tom Kortmann, der das Problem sieht, die Darstellung gut umzusetzen: „Auf den ersten Blick fragt man sich, was sich geändert hat. In Verbindung mit Kulturteppich kommt mir in den Sinn — wer nichts zu sagen hat, braucht Effekte.“ Man beschränke sich auf das Pflaster, das Mobiliar und das Licht. Er würde dem Werth aber wünschen, dass er aufgewertet würde, und meint, dass es eine gute Idee sei. „Wir bekommen den Kulturteppich gefüllt, wenn sich die Händler anpassen, was schwierig ist.“ Es fehle in jedem Fall an Gastronomie.

Auch Sebastian Porrmann sieht wenig Veränderung zur bestehenden Situation: „Nur das Pflaster fällt auf. Warum es wieder neue Möbel sein müssen, verstehe ich nicht. Außerdem will jeder eine andere Beleuchtung. Für mich ist nichts Spektakuläres erkennbar.“ Es gebe viele Leerstände, daher sei es aber einen Versuch wert. Matthias Wewer findet es gut, dass die Umsetzung aufwendig betrieben werden soll: „Die Ideen von Teppich und Leuchtdesign sowie die Entwürfe sehen irre aus. Ein Schritt in die richtige Richtung.“

Reinhard Tannenfels sagt: „Es wird Zeit, weil jahrelang nichts gemacht wurde.“ Es sei wichtig, dass die Entwürfe im Vorfeld zu sehen und die Beleuchtung und das neue Pflaster gut dargestellt seien.

Monika Bakirtas sieht das ähnlich: „So sieht man, was demnächst kommen wird. Besonders die Pflasterung gefällt mir gut.“ Schon die bisherige Beleuchtung mit Kugeln habe ihr ein besonderes Gefühl gegeben. „Das Alte hat seinen Charme. Jetzt lernt man die andere Seite kennen. Für Barmen wird es eine Aufwertung sein.“

Oliver Alberts, Vorsitzender der ISG Barmen, sieht auch eine Aufwertung: „Alle Beteiligten haben sich richtig Gedanken gemacht, was sich auch in den Entwürfen spiegelt.“ Man müsse sich aber auch Gedanken zur Gestaltungssatzung machen, die angepasst werden müsse. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, für eine vernünftige Infrastruktur zu sorgen, was Technik, Leitungen und Entwässerung betrifft.“

Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG, betont, dass Barmen ein Kulturstandort ist: „Wir haben hier das Opernhaus, die Musikhochschule, das Engels-Theater, den Barmer Bahnhof und vieles mehr.“ Es sei daher gelungen, das Thema Bühnen aufzugreifen. Zudem sei in Barmen einiges in Bewegung. „Wir sind das zweite Standbein von Wuppertal. Der Kulturteppich ist in sich stimmig und der geplante Lichterteppich eine schöne Ergänzung zur bestehenden Lichtinstallation.“

Nadine Kettler findet die Veränderungen unnötig: „Man kann Innenstädte auch tot sanieren. Es ist eine Mogelpackung, wenn man alles auf Hochglanz poliert und zahlreiche 1-Euro-Läden das Stadtbild prägen.“ Man solle lieber qualitativ hochwertigere Geschäfte in Barmen ansiedeln.

Klaus Elle gibt zu bedenken, dass alles gepflegt werden müsse: „Es wird dem Werth aber in jedem Fall einen neuen Wert verleihen, wenn man ihn herausputzt. Das kann ja nur erstrebenswert sein.“