Zentrum für Kunst, Kultur und Natur startet mit Filmemachern neue Veranstaltungsreihe.

Veranstaltungsreihe : Kim Münster und Frank N sind „Unterdings im Kukuna“

Zentrum für Kunst, Kultur und Natur startet mit Filmemachern neue Veranstaltungsreihe.

„Unterdings“ ist ein Kunstwort, das der Duden nicht kennt, und überdies Titel einer neuen Kulturveranstaltungsreihe, die an diesem Sonntag im Kukuna (Zentrum für Kunst, Kultur und Natur des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen) startet. „Unterdings im Kukuna“ will Künstler und Kunstinteressierte in Unterbarmen zusammenbringen, den Austausch fördern. Den Anfang machen zwei Filmschaffende aus Wuppertal: Kim Münster und Frank N.

Unterbarmen hat eine eigene Kunst-Tradition mit Ateliers und Galerien. „Wir sind mittendrin“, freut sich Anita Dabrowski. Die Leiterin des Fachdienstes für Integration und Migration beim Caritasverband Wuppertal/Solingen gehört wie Kukuna-Mitarbeiterin Manuela Richard zu den Köpfen hinter dem neuen Veranstaltungsangebot. Anfang des Jahres kam die Idee auf, das helle flache Gebäude im Schatten der Herz-Jesu-Kirche öfter und nicht nur für Workshops, Ausstellungen und Konzerte zu nutzen. „Wir wollen Künstlern aus dem Quartier und ganz Wuppertal eine Plattform bieten, um sich auszutauschen und auf Augenhöhe einander und an Kunst interessierten Menschen zu begegnen“, erklärt Charles Petersohn, der für die Caritas Veranstaltungen im Kukuna und im Interkulturellen Bildungszentrum (IBZ) gegenüber organisiert und Dritter im Bunde ist. „Das ist kein Künstler-, sondern ein offener Treff: Jeweils zwei Künstler präsentieren sich in ungezwungenem Rahmen, man vergleicht, diskutiert.“ Weil die bildende Kunst im Stadtteil bereits stark vertreten ist und erste Recherchen und Gespräche mit dem Dokumentar- und Avantgardefilmemacher Matthias Grünewald, der die Moderation zum Auftakt übernimmt, ergaben, dass es viele Filmemacher und -macherinnen gibt, startet die Reihe mit einer bislang dreiteiligen Staffel zum Filmgenre. Petersohn: „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu anderen Veranstaltern treten.“ Weshalb man im Bereich der Bildenden Kunst erst dann aktiv werden wolle, wenn man etwas Besonderes zu bieten habe.

Unterbarmen hat eine
eigene Kunst-Tradtion

Wuppertals Filmszene ist individuell, man ist meist in verschiedenen Kontexten unterwegs. Kim Münster ist Kreativproduzentin, Regisseurin und Kamerafrau. Frank N studierte Film und Fotografie in Dortmund und Buffalo, NY. Petersohn: „Beide arbeiten in unterschiedlichen Zusammenhängen, Schwerpunkten, Voraussetzungen.“ Was genau sie am Sonntag zwischen 15 und 18/19 Uhr im Wechsel zeigen, wird noch nicht verraten. Man kenne die Filmauswahl stichwortartig, sagt Petersohn, und betont, dass zwischen den einzelnen Beiträgen immer genug Zeit zum Gespräch bleibe. Es folgen am 1. Juli der Dokumentarfilmer und Medienkünstler Michael Baudenbacher und Matthias Grünewald, sowie am 11. August Video-Künstlerin Alicja Darski und Malerin und Digital-Künstlerin Zara Gayk. „Wir denken, dass das spannend wird, die Filmemacher zusammenzubringen, dass vielleicht auch Neues entsteht“, sagt Dabrowski erfreut und lässt offen, ob weitere Filmpaarungen folgen, wenn die Erfahrungen der ersten Veranstaltungen gesammelt und ausgewertet wurden. Oder ob im Herbst eine andere Sparte dran kommt.

Den Titel „Unterdings“ nutzen die Veranstalter übrigens mit „freundlicher Genehmigung“ von Uwe Becker, der auch in Unterbarmen lebt und, so Petersohn, den Stadtteil gerne mit diesem „konkreten wie abstrakten und auch etwas geheimnisvollen Begriff“ bezeichne, der, ergänzt Dabrowski, ja auch das Wort „Unter“ enthalte: „Mich bewegt, dass wir hier in einem ganz tollen Stadtteil nicht nur soziale Beratung, sondern auch eine kulturelle Erweiterung anbieten.“ Na dann: Film ab.

Mehr von Westdeutsche Zeitung