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WZ-Serie "Labels in Wuppertal" : Sieg mit schwarzen Scheiben

WZ-Serie "Labels in Wuppertal" : Sieg mit schwarzen Scheiben

Im LP-Bereich ist Cargo Records Marktführer. Auch Fanta 4 und Bob Dylan lassen dort ihre Platten herstellen.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Es ist nicht gerade einfach, im tiefsten Bayern einen Laden für Independent-Platten aufzumachen. Diese Erfahrung hat Ende der 80er Jahre auch Michael Schuster in Dillingen gemacht, und doch war das Geschäft, dass er damals gegründet hat, der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere im Musikbusiness.

"Damals ging es mir und einem Bandkollegen einfach darum, den Leuten musikalisch eine Alternative zu den Industrieplatten zu bieten", sagt er. "Doch häufig genug wollten die Kunden dann etwas, das zumindest so ähnlich klingt wie Madonna oder Milli Vanilli

So wird aus dem Plattenladen Subway bald das Label Subway, das als erste Band Schusters eigene Formation The Notwist unter Vertag nahm. "Meine Bandkollegen wollten sich ausschließlich auf die Musik konzentrieren, daher habe ich von Anfang an die Aufgaben eines Managers übernommen”, berichtet der heutige Geschäftsführer von Cargo Records in Wuppertal.

1998 entschlossen sich die Macher des Labels, mit Cargo Records ihren eigenen Vertrieb zu gründen und fanden schließlich an der Wupper ihren neuen Unternehmenssitz. "Ursprünglich wollten wir nach Köln, konnten dort aber keine geeigneten Räumlichkeiten finden. Heute sind wir sehr glücklich mit unserem Standort nahe am Ruhrgebiet und Städten wie Köln und Düsseldorf.”

So stellt Cargo neben den eigenen Künstlern auch für Musikgrößen wie Fanta 4, Bob Dylan oder Bela B die schwarzen Scheiben her und hat sich so die Marktführerschaft im LP-Bereich gesichert. "Die CD wird irgendwann nicht mehr existieren, dann gibt es nur noch die Entscheidung zwischen digital und Vinyl”, weiß Schuster.

Gerne würde er beide Medien miteinander verbinden, was derzeit aber noch nicht mit der Rechtslage in Europa konform geht: "Wir möchten Leuten, die eine LP kaufen, auch das Recht zum Herunterladen der entsprechenden Songs verkaufen. So kann man zu Hause seine Platte hören und hat auch unterwegs etwas davon.”

Beim Vinyl sieht Schuster auch die Zukunft der kleinen Plattenläden: "Wenn man neben Platten auch Schmuck, Bilder, Magazine und eine Tasse Kaffee anbietet, hat man gute Chancen, Musikfans an sich zu binden.”