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Wuppertaler Woga: Ärger über Absage

Kultur : Freude über jeden Besucher, der kam

Ab Montag sind die Museen geschlossen, ab dem 2. November dürfen Veranstaltungen vorerst nicht stattfinden.

Ab Montag sind die Museen geschlossen, ab dem 2. November dürfen Veranstaltungen vorerst nicht stattfinden. „Es ist total ärgerlich, aber ich fand es unverantwortlich, ein Wochenende zuvor einen Kunstlauf zu veranstalten“, sagte Steffen Schneider, der seit 2003 die Woga initiiert. „Ich habe es den Künstlern aber offen gelassen, unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften Einzeltermine zu ermöglichen“, erklärte Schneider. Es gab betroffene Reaktionen, aber auch Verständnis für die Entscheidung.

„Ich kann nur sagen, dass uns das allen sehr leid tut. Wir sind abhängig davon, dass Bewegung im Kulturbetrieb bleibt“, sagte Lutz Otterbach, der dem Kunst Cluster in der Cotton Factory angeschlossen ist.

Einige Künstler haben das letzte Wochenende vor den neuen Auflagen dennoch genutzt und ihre Türen geöffnet. Separate Ein- und Ausgänge wurden festgelegt, um direkte Begegnungen zu unterbinden. Die Telefonnummern der Künstler waren auf dem Flyer und online hinterlegt, um telefonische Einzeltermine zu vereinbaren. „Wir geben uns Mühe. Es ist wichtig, dass wir aufeinander aufpassen“, sagte Udo Unterieser zuvor, der in Sprockhövel seine Glaskunst ausstellte. „Wir sind mit dem reduzierten Format oder besser mit dem, was uns möglich war, zufrieden. Wir konnten aus den Umständen etwas machen“, zog Hans-Eberhard Stein vom Künstlerkollektiv Siebzehnfünf am Sonntag sein Resümee.

 „Wir haben uns so viel Arbeit gemacht und es deshalb auch genutzt. Und wir hätten auch Platz für andere Künstler gehabt“, sagte sein Kollege Thilo Senkbeil und verwies auf die Ausstellungsfläche von 170 Quadratmetern. Es fanden tolle Gespräche statt, „davon hätte ich gerne mehr gehabt“, bekannte er.

Ein großer Besucherstrom war nicht zu erwarten. „Es macht Freude, wenn wenige da sind, um ins Gespräch zu kommen“, sah Wuba-Galeristin Brigitte Baumann den Vorteil. „Künstler sind schon so gebeutelt dieses Jahr.“

Durch den Ausfall der Woga (auch der Woga im Westen, die am 7. und 8. November stattfinden sollte) kommen mehrere Monate Vorbereitung und (finanzieller) Aufwand dazu, die nicht oder kaum genutzt werden können. Otterbach hofft auf eine Nachholung der Woga. Die Organisatoren des Kunstclusters in der Cotton Factory verweisen auf die Möglichkeit, die Ausstellungen online zu besuchen. „Nach meinem Stand sollen Montag die ersten Künstlervorstellungen stattfinden, über Instagram und Facebook“, sagte Otterbach. khi