Wuppertal: Wuppertaler über seine Zeit bei "Game of Thrones"

Wuppertal : Wuppertaler über seine Zeit bei "Game of Thrones"

Tobias Winter tauchte für zwei Staffeln als Nebendarsteller in die fiktive Welt der US-Erfolgsserie Game of Thrones ein.

Wuppertal/Westeros. Wer Tobias Winter (46) in den ersten zwei Staffeln der US-amerikanischen Erfolgs-Serie Game of Thrones gesehen hat, erkennt ihn auf den ersten Blick nicht wieder. Winter unterstützte als grobschlächtiger Söldner „Timett“ den kleinwüchsigen Tyrion Lannister, einen der beliebtesten Charaktere der Serie.

Heute lebt Winter mit seiner Frau Michelle, seinem Sohn Sean (2) und seiner Tochter Zara (4) in Wuppertal und führt das Familienunternehmen, ein Geschäft für Anhängerkauf und Vermietung. Foto: Schwartz, Anna (as)

Der fast zwei Meter große Winter hat keine klassische Laufbahn zum Schauspieler eingeschlagen: „Ich habe eine kaufmännische Ausbildung und danach mein Fachabitur absolviert. Eigentlich wollte ich studieren, bin aber 1998 nach Spanien gezogen und habe dort einen Gemüsegroßhandel betrieben.“

Nachdem Winter seine Frau Michelle kennengelernt hatte, zog er 2009 mit ihr nach Irland. „Dort habe ich im IT-Bereich für verschiedene Firmen gearbeitet.“

„Mit Charles Dance, der Tywin Lannister spielt, habe ich immer eine Zigarettenpause gemacht. Der ist im realen Leben ein echt netter Typ.“

Und er absolvierte ein Shakespeare-Training, einen Lehrgang für Schauspielerei. Anschließend bewarb er sich für eine Rolle im Film „Your Highness — Schwerter, Joints und scharfe Bräute“. Das Schauspiel-Training sei ihm dabei eine große Hilfe gewesen. Für Game of Thrones sei er dann von seiner Casting-Agentur gebucht worden — weil er aufgrund seiner Größe gut für die Rolle des Kriegers geeignet war. „Ich habe mir für die Rolle Urlaub genommen. Obwohl ich einen fünfstelligen Betrag bekam, können nur wenige Menschen von der Schauspielerei leben.“

Die Dreharbeiten für Game of Thrones seien aufregend, aber auch sehr anstrengend gewesen. „Wir waren zwischen fünf Uhr morgens und 23 Uhr auf den Beinen — bei minus zehn Grad.“ Die Herausforderung bestand nicht nur darin, nicht auf dem eisigen Boden auszurutschen: „Ich spielte einen einäugigen Charakter und hatte eingeschränkte Sicht.“

Fasziniert habe ihn die große Zahl der Statisten: „Bei Schlachtszenen waren das bis zu 150 Darsteller.“ Winter hatte eine Sprechrolle und so wurde für sein Kostüm viel Aufwand betrieben. „Einmal musste ich meine Perücke anpassen lassen und wurde dafür extra von Belfast nach London geflogen.“

Die Zusammenarbeit mit Peter Dinklage (Tyrion) und Charles Dance empfand der Wuppertaler als besonders angenehm. „Peter Dinklage ist seinem Filmcharakter sehr ähnlich. Er ist zu jedem freundlich und macht immer Witze. Mit Charles Dance, der Tywin Lannister spielt, habe ich immer eine Zigarettenpause gemacht. Der ist im realen Leben ein echt netter Typ.“

Heute lebt Winter mit seiner Frau Michelle, seinem Sohn Sean (2) und seiner Tochter Zara (4) in Wuppertal und führt das Familienunternehmen, ein Geschäft für Anhängerkauf und Vermietung. „90 Prozent der Schauspieler haben einen Hauptjob. Meine Selbstständigkeit erlaubt es mir, bei Bedarf interessante Rollen anzunehmen. Game of Thrones ist natürlich eine einmalige Erfahrung gewesen.“

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