Wuppertaler Sinfonieorchester spielen mit Christina Landshamer

Kultur : „Das Konzertfach ist mein Ding“

Sopranistin Christina Landshamer tritt beim ersten städtischen Sinfoniekonzert dieser Spielzeit auf.

Auf dem Programm des ersten städtischen Sinfoniekonzerts dieser Spielzeit am 22. und 23. September stehen bedeutende Orchesterwerke: „Die Vorstellung des Chaos“ aus Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ und die „Unvollendete“, Franz Schuberts Sinfonie in h-Moll (D 759). Statt der krank geschriebenen Generalmusikdirektorin Julia Jones dirigiert Tung-Chieh Chuang, der beim zehnten Sinfoniekonzert der letzten Spielzeit eine ausgezeichnete Visitenkarte hinterließ. Als Hauptwerk kommt außerdem die 4. Sinfonie in G-Dur von Gustav Mahler zur Aufführung. Im Finalsatz ist das Lied „Das himmlische Leben“ aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ Clemens Brentanos und Achim von Arnims enthalten. Ursprünglich hieß der Titel des Texts „Der Himmel hängt voller Geigen“. Die international renommierte Sopranistin Christina Landshamer konnte dafür gewonnen werden.

Waren Sie schon einmal in Wuppertal?

Christina Landshamer: Ja, öfters. Ich bin mit Manuela Randlinger-Bilz, der Harfenistin des Sinfonieorchesters Wuppertal, befreundet. Während des Studiums waren ihr Mann und ich Kommilitonen. Ich war auch schon im Zoo.

Dann kennen Sie bestimmt die Stadthalle.

Landshamer: Nein, noch nicht. Ich habe aber viel Gutes über sie gehört. Ich bin sehr gespannt. Die Akustik soll ja fantastisch sein.

Haben Sie bereits das Lied „Das himmlische Leben“ im Finalsatz der 4. Sinfonie von Gustav Mahler gesungen?

Landshamer: Oh ja, ungefähr 50 Mal. Ich werde oft gefragt, es zu singen. Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Daniele Gatti bin ich aufgetreten. Ich war mit auf der Spring Tour der New York Philharmonic dabei. Mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer war ich auf Festival-Tournee. Und es gibt eine DVD mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly und mir mit Mahler Vier. Sie ist für mich die Referenzaufnahme.

Was bedeutet Ihnen das Lied in Mahlers Vierter?

Landshamer: Es ist eines meiner Leib- und Magenstücke. Man kann es aber nicht einfach abspulen. Es ist immer eine große Herausforderung, bis zum Ende zu warten und die Spannung zu halten. Ein Mahler-Zauber liegt darin: Doppelwelten von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt.

Wie stehen Sie generell zu Mahlers Musik?

Landshamer: Mich berühren seine Kompositionen sehr. Ich mag die ironisch-humorvolle Art aber auch die Abgründe darin sehr. Oft singe ich auch Mahlers 2. Sinfonie.

Sie sind in vielen berühmten Opernhäusern aufgetreten. Nun sind Sie auch oft auf Konzertbühnen zu erleben.

Landshamer: Ja, das Konzertfach ist mein Ding. Es unterscheidet sich von der Oper. Es geht auf diesem Gebiet um ein sehr genaues Musizieren. Außerdem habe ich einen viel direkteren Kontakt zum Orchester, dem Dirigenten und dem Publikum. Das schätze ich sehr.

Ihr Lied- und Oratorium-Repertoire beinhaltet Werke von Johann Sebastian Bach bis heute?

Landshamer: Ja, die Stilvielfalt bedeutet mir sehr viel. Sie ist ganz wichtig für meine Stimme.