Wuppertaler Schulkonzert lässt Melodien von Schnee und Eis erklingen

Konzert: Schulkonzert lässt Melodien von Schnee und Eis erklingen

Sinfonieorchester zeigte in der Stadthalle, wie sich Winterwetter anhören kann.

Wie klingt Kälte? Hören sich verschiedene Wolken auch unterschiedlich an? Und wie können auf Geigen mit Hilfe des Bogens Hagelkörner erklingen? Beim ersten Schulkonzert der Saison gab das Wuppertaler Sinfonieorchester unter der Leitung von Yura Yang im Mendelssohn Saal der Historischen Stadthalle unter dem Motto „Im Winter“ musikalische Kostproben verschiedener winterlicher Wetterlagen.

Schon bei der Eröffnung durch Leroy Andersons „Sleigh Ride“ hält es die jungen Konzertbesucher kaum auf den Stühlen, vor allem die charakteristischen Peitschenhiebe sorgen für Gelächter. Dann sammelt Winterfan Alexander Baci erst einmal, was man im Winter alles machen kann. „Schneeballschlachten“ heißt es im Publikum und „Schlitten fahren“. Allerdings seien auch Nebel und Wolken Teil des Winterwetters, erinnert Education Managerin Heike Henoch, die es sich bei Kälte lieber mit einem Tee auf dem Sofa gemütlich macht. „Mensch Heike, du bist so eine Schwarzmalerin“, wird sie von ihrem Co-Moderator getadelt.

Die Blechbläser sind
echte Sturmexperten

Die Nebelklänge von Carl Nielsen klingen tatsächlich eher tänzerisch und die jungen Zuhörer dürfen an einigen Stellen im Takt mitklatschen – allerdings nur mit vier Fingern, damit man das Orchester auch noch gut hören kann. „Wenn der Nebel so klingt, dann ist er auch gar nicht mehr so ungemütlich“, findet Heike Henoch.

Raureif und Schneelandschaften werden in Werken von Alexander Glazunov und Nikolai Rimski-Korsakow hörbar. „Die russischen Komponisten kennen sich mit dem Winter besonders gut aus“, sagt Heike Henoch. Die Streicher erwecken die Kälte mit einer bestimmten Technik zum Leben: „Das nennt sich Flageolett und klingt ziemlich frostig“, erklärt Konzertmeister Nikolai Mintchev. Für den Hagelklang schlagen die Geiger mit ihrem Bogen auf die Saiten, während die tiefen Streichinstrumente mit Nachdruck gezupft werden. Zwischen den musikalischen Beiträgen haben die Grundschüler im Publikum Gelegenheit, ihr Wissen über Instrumente und Wetterphänomene unter Beweis zu stellen. Im Vorfeld waren bereits Musiker des Orchesters in vielen Klassen zu Besuch und haben die begleitenden Unterrichtsreihen durch Kostproben aus dem winterlichen Programm ergänzt.

Auch der Wind kommt nicht zu kurz: „Unsere Blechblasinstrumente funktionieren mit ganz viel Luft, deswegen sind das unsere Sturmexperten“, erklärt Heike Henoch. Bevor die zum Einsatz kommen, werden die Schüler allerdings selbst zum Windorchester, im ganzen Saal wird gepfiffen, gehaucht und gepustet. Zum Abschluss erklingt „Der Schneemann“ von Erich Wolfgang Korngold und unter Anleitung von Heike Henoch werden die Schüler zu lebendigen Schneemännern, reiben sich die Augen, stapfen verschneite Hügel hinauf, gleiten mit imaginären Schlittschuhen und wiegen sich im Walzerschritt hin und her. Das etwa einstündige Winter-Programm wird am 28. November noch zweimal aufgeführt – um 10 Uhr und um 11.45 Uhr.

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