Wuppertaler Schauspielensemble mit dem „Schnappschuss" bei der WZ

Schnappschuss bei der WZ: Ja ist denn heut schon Weihnachten?

Das Wuppertaler Schauspielensemble war mit dem elftem „Schnappschuss“ bei der Westdeutschen Zeitung zu Gast. Passenderweise gab es eine Weihnachtsausgabe - die nebenbei alles auf den Kopf stellte.

Ja ist denn heut schon Weihnachten? fragt ein bekannter Spruch eines noch bekannteren Ex-Fußballers. Wer die Westdeutsche Zeitung am späten Mittwochnachmittag besuchte, dem drängte sich der Satz förmlich auf. Möglich machte dies das Wuppertaler Schauspielensemble, das an die 40 Gäste durch die Räume an der Ohligsmühle führte. Diese unterhielt, mit Recherche-Aufgaben betraute (schließlich war man bei einer Zeitung) und ganz nebenbei alles auf den Kopf stellte. Die Weihnachtsausgabe seines beliebten „Schnappschuss“-Formats. Das gut auch ohne (ehemalige) Fußballer auskommt.

Weihnachtsspecial der besonderen Art

Nicht aber ohne (vor-)weihnachtliche Akteure aus dem Theater am Engelsgarten, die den Kostümfundus der Wuppertaler Bühnen geplündert hatten. Frau Melchior (Lena Vogt) und Herr Balthasar (Thomas Braus) im schweren Goldumhang, die Krone auf dem Kopf, den Stern in der Hand - „das ist heute der Schirm, der Ihnen den Weg weist“ - übernahmen das Kommando. Der dritte König aus dem Morgenland, Caspar, war verhindert - er hatte kein Visum erhalten. Zentrale Aufgabe der einstündigen Erkundung, deren Ziel nicht die Krippe, sondern die Lokalredaktion war: Die Bedeutung des Weihnachtsfestes ergründen - es könnte ein Volontariat bei der WeihnachtsZeitung winken. Also wurde viel gefragt, wurden Räume inspiziert, auf Schreibtischstühlen Probe gesessen. Auch das Vorlesen der Nachrichten per Liveschaltung ins soziale Netz ließen sich die heiligen Könige nicht nehmen.

Das Weihnachtsfest kennt viele Texte - rührende, witzige und bitterböse. Das Schnappschuss-Team zog in seiner bewährten Art vor allem die anarchische Karte, vom Schüleraufsatz zum Advent, der die heilige Familie auf dem heimischen Ofen wärmt, so dass die Figuren aus dem Kinderzimmer ersetzt werden müssen, bis zu Gerhard Polts Weihnachtsneger, der im nächsten Jahr besser ein Weihnachtsindianer sein solle. Die Engel Philippine Pachl und Martin Petschan lasen mehr oder weniger besinnliche Texte vor, Stefan Walz glänzte als Loriot’scher Opa Hoppenstedt, der dem Enkelkind ein „Spiel für die ganze Familie“, also ein Miniatur-Atomkraftwerk, schenkt und Adventskalenderkenner.

Kein Weihnachtsfest ohne Lieder. Angekommen im Lokalredaktionsbüro sang der Spontanchor „laut und inbrünstig“ „Leise rieselt der Schnee“ und „Fröhliche Weihnacht überall“. . Begleitet wurde er von der TAE-Band, die als Trio mit Gitarren und Ziehharmonika sowie Hörnern am Helm und Eselsohren an der Kappe antrat. Zwar gab es am Ende kein Volontariat, aber Kinderpunsch und Knusperhäuschen - schließlich ist eine Zeitung ein Zuhause und da gehört auch die Küche dazu.

Mehr von Westdeutsche Zeitung