Wuppertaler Orgeltage enden mit barocker Pracht

Kultur : Orgeltage enden mit barocker Pracht

Wolfgang Kläsener, Cyrill Sandoz und Robert Essig spielten in der Klosterkirche Beyenburg.

„Barocke Pracht“ versprach das Abschlusskonzert der 46. Wuppertaler Orgeltage – und hatte mit der Klosterkirche Beyenburg genau das richtige Setting. Der reich geschmückte Innenraum hat eine gute Akustik. Die Orgel, an der Wolfgang Kläsener saß, verfügt über einen selten wandlungsfähigen Klang. Mit seinem Prospekt aus dem 17. Jahrhundert ist das Instrument des „Beyenburger Doms“ auch architektonisch ein Schmuckstück.

Egal von welchem Platz aus – die herzerfrischende Musik von Bach & Co. hörte jeder. Wer dann noch einen der vorderen Plätze ergatterte, konnte sich umschauen und die Musiker in den Blick nehmen. Denn neben Kläsener spielten die Trompeter Cyrill Sandoz und Robert Essig vom Sinfonieorchester Wuppertal auf der Empore.

In der Barockzeit nämlich kam die Trompete ganz groß raus. Aus dem Ensemble- wurde ein Soloinstrument, das bei feierlichen Anlässen zum Einsatz kam. So wie die Sonate von Domenico Gabrielli, der sich als Cellist und Komponist einen Namen machte. Sein Stück machten Sandoz und Essig zur Eröffnungsfanfare. Flüssig war ihr Zusammenspiel, sicher die Intonation der Läufe, die die beiden eng verzahnten.

In anspruchsvoll hohen Lagen bewegte sich auch das Duo von Allessandro Melani, zu dem Kläsener eine federnde Begleitung lieferte. Solistisch trat er mit Bach hervor. Zum Glänzen brachte er die vier Stimmen, die die Fantasie und Fuge g-Moll entwickelt. Auch das Pedalspiel gestaltete er überzeugend. Bei der Choral-Bearbeitung „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“ lag der Fokus auf ausdrucksvoller Harmonik, während das Concerto a-Moll vor allem durch seine schmissigen Einfälle gefiel.

Vielseitig wie alle drei Musiker sind, sprangen sie in der zweiten Konzerthälfte ins späte 19. Jahrhundert. „Pie Jesu Domine“ ist der wohl bekannteste Satz aus dem Requiem, das Gabriel Fauré zwischen 1885 und 1887 komponierte. Im Original singt ihn eine Sopranistin. Die Interpreten Sandoz und Essig wechselten sich bei der Melodieführung ab – so geschickt, dass es ein harmonisches Ganzes ergab. Ruhig atmende Bläserlinien prägten Alexandre Guilmants „Communion“.

Mithilfe von Guiseppe Aldrovandini führte das Trio vor, dass schon ein alter italienischer Meister Rausschmeißer zu schreiben verstand. Wie ein Wirbelwind kam die „Sonata a due Trombe“ daher, und nach einer kleinen Atempause ging es noch einmal in die Vollen. Die Rasanz wirkte ansteckend. Die Zuhörer erhoben sich von ihren Sitzen und klatschten so lange, bis die Musiker von der Empore herunterstiegen und sich – für alle sichtbar – bedankten.