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Wuppertaler Künstlerin Anke Büttner stellt in Café-Fenster aus

Kultur : Farbenfrohe Hinterglas-Damen

Über drei Scheiben verteilt hat die Künstlerin ein interessantes Hinterglasbild geschaffen, auf dem drei Frauen in unterschiedlichen Posen zu sehen sind.

Wer dieser Tage durch das verkehrsberuhigte Gruitener Dorf (Gruiten gehört zu Haan im Kreis Mettmann) wandert, der kann in den Fenstern des „Café im Dorf“ ein farbenfrohes Kunstwerk erblicken. Über drei Scheiben verteilt hat hier die Künstlerin Anke Büttner ein interessantes Hinterglasbild geschaffen, auf dem drei Frauen in unterschiedlichen Posen zu sehen sind. Eigentlich sollte dies ein Auftakt zu ihrer Werkschau sein, die Ende Januar starten sollte, doch die Ausstellung wurde verschoben. Tribut an den Corona-Lockdown. Ihre von draußen sichtbare Fenster-Kunst, die in den Abendstunden beleuchtet ist, bringt nun als kleiner Ersatz und attraktiver Vorgeschmack Freude in die triste Jahreszeit und steht für die Hoffnung auf eine baldige Öffnung.

Attraktiver Vorgeschmack und Hoffnung auf baldige Öffnung

Das „Café im Dorf“ in Gruiten ist bekannt für sein kulturelles Engagement. Viermal im Jahr finden Ausstellungen statt und unregelmäßig auch Veranstaltungen, wie zum Beispiel Musiktheater. „Das sind immer kleine Lichtblicke, die man da macht“, erzählt Clemens Hölter, der Ehemann der Café-Betreiberin, „und für Gruiten ist das eine schöne Sache“.

Die Ausstellungsräumlichkeiten erstrecken sich über zwei Etagen, und während einer Tasse Kaffee könne man hier einen ganz anderen Zugang zur Kunst bekommen, sich ein Bild auch mal zwei Stunden ansehen. Auch Anke Büttner scheint dies zu schätzen, denn sie hat schon des Öfteren hier ausgestellt. Nun hoffen alle, dass dies bald wieder möglich ist.

Anke Büttner ist freie Künstlerin und Diplom-Designerin. Sie ist Mitglied der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) Wuppertal und arbeitet als Dozentin an der Uni Wuppertal und der Folkwang Universität in Essen. Seit 2005 leitet sie mit viel Engagement ihre eigene Kunst- und Designschule in Elberfeld. In Gruiten möchte sie nun einen aktuellen Status ihrer Arbeit vorstellen.

Es sollen neue Bilder älteren gegenübergestellt werden, um die Entwicklung der Künstlerin nachvollziehbar zu machen und spannende Einsichten in ihr Werk zu geben. Ihr Medium sind Ölpastell und Acryl. Und ihre Themen sind vor allem der Mensch und die Natur: „Der Mensch gehört ja zur Natur dazu.“

Figurative, dynamische
Bilder voller Lebensfreude

Die figurativen, dynamischen Bilder der Künstlerin sprühen vor Lebensfreude, und auch der dunklen Jahreszeit kann Büttner etwas abgewinnen. „Es gibt auch eine Schönheit bei bleigrauem Wetter“, sagt sie lachend. Dann holt sie sich einfach „etwas Natur herein“ und beschäftigt sich mit Blumenbildern. Denn sie wolle die Kunst mit allen Sinnen genießen. „Kunst beruhigt mich und hilft mir, mich selbst zu verstehen.“ Die aktuelle Corona-Krise versteht die Künstlerin auch als Chance: „Es ist eine Herausforderung an die eigene Kreativität. Es gilt herauszufinden, was man jetzt machen kann.“

Vor allem Kunst, die draußen besucht beziehungsweise gesehen werden kann, scheint aktuell eine Möglichkeit zu sein. So, wie Büttners temporäres Fensterbild in Gruiten-Dorf.