Wuppertaler Kinder staunen über die Königin der Instrumente

Kultur : So klingt die Königin der Instrumente

Sechs Schulklassen lernen beim Kinderkonzert die Orgel der Gemarker Kirche kennen.

Begeistert verfolgen die Kinder, wie sich die Lamellen des Schwellwerks drehen, wenn Wolfgang Kläsener das dazugehörende Pedal drückt. „Da wird der Ton viel lauter“, stellt Hannah (7) fest. Der Organist lässt sich von den eng um ihn wuselnden Kindern nicht stören und spielt mal ein Kinderlied, mal den Hochzeitsmarsch oder einen Ragtime. So möchte er den Kindern die verschiedenen Klangfarben der Orgel demonstrieren. Er zieht den einen oder den anderen Registerknopf und zeigt, wie dunkel, hell oder schrill die Orgel dadurch klingt. „Aus den Pfeifen kommt die Luft raus – wie bei einer Flöte“, erklärt er den Zweitklässlern.

Mitmachkonzert
zum Thema Schöpfung

Sechs Klassen sind in die Gemarker Kirche gekommen, um beim Kinderkonzert der Wuppertaler Orgeltage die Königin der Instrumente unter dem Motto „Orgelschöpfung“ kennenzulernen. Erst sitzen die Schüler unten im Kirchsaal, während Kläsener von oben spielt. Andrea Anders, erfahrene Pädagogin der Bergischen Musikschule, hat dieses Jahr ein Mitmachkonzert zum Thema Schöpfung konzipiert. „Wir überlegen uns bei den Kinderkonzerten, was die Kinder kennen. Es ist immer wichtig, dass die Kinder etwas machen können“, erklärt sie. Die Schöpfungsgeschichte haben die meisten Kinder im Unterricht schon gehört – auch wenn einige von ihnen vorher noch nie eine Kirche betreten haben.

Die Geschichte beginnt mit dem Chaos – vertreten durch ein Stück von Ligetis „Volumina“. Die Kinder sind begeistert. Zu „Licht & Dunkel“ spielt Kläsener die „Sonata Pian e forte“ von Giovanni Gabrieli, zu Bach, Fluss und Meer Smetanas Moldau-Thema. Dann kommen noch verschiedene Tiere aus Saint-Saens Karneval. Geschickt bringt Andrea Anders die Kinder dazu, zuzuhören: Sie sollen anhand der Musik die Bewegung der Fische in der Luft nachzeichnen oder Tag und Nacht mit entsprechenden Gesten begleiten. So schaffen es selbst unruhige Kinder, sich immer wieder der Musik zuzuwenden. Dann singen alle gemeinsam „Wir sind Kinder einer Welt“. Einige der Klassen nehmen auch am Projekt „Singpause“ teil – sie singen besonders kräftig mit.

Zum Schluss dann dürfen alle Kinder klassenweise hochgehen und sich die Orgel aus der Nähe angucken. „Die sieht toll aus“, findet Marie (7). „Ich finde den Klang der Orgel sehr schön“, sagt Bruno (7), während Wolfgang Kläsener ein Wunschkonzert veranstaltet. „Der Hochzeitsmarsch war ganz schön laut“, fügt Tylor (7) hinzu – die Kinder wollten, dass Kläsener alle Register gleichzeitig zieht. Das sorgt dann für einen gewaltigen Klang.

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